Mittwoch, 14. April 2010

Wenn die Sonne lacht...

aja, zumindest hat sie das heute fast getan. Immerhin war das Wetter weit besser als gestern. Frühs nach dem Aufstehen war es zwar noch richtig kalt und ich hab beim Rauchen auf dem Balkon gebibbert, aber dafür haben sich schon da die ersten wolkenfreien Fleckchen am Himmel gezeigt. Leider konnte man da noch nicht wirklich abschätzen, wie sich das Wetter im Verlauf des Tages entwickeln würde. Deshalb hieß es auch warm anziehen. Lieber zuviel am Leib, das man dann wieder ausziehen kann, als frieren. Und diese Entscheidung war auch genau richtig getroffen, denn trotz immer mehr Sonnenschein war es im Schatten ziemlich kühl und der Wind hat auch noch sein Übriges beigetragen.

Heute war also unser wirklich von Verpflichtungen freier letzter Tag in Kyoto. Morgen haben wir zwar noch einen Tag hier, ehe es am Freitag dann auf nach Tokyo geht, aber da ist dann am Nachmittag Wohnung putzen und Koffer packen angesagt. Ich mag eigentlich gar nicht... Aber wir haben es uns ja so ausgesucht.
Warm angezogen und mit Sonnenbrillen bewaffnet gings heute Vormittag wieder auf zur Bushaltestelle. Irgendwie werd ich die vermissen. So oft wie wir in den letzten Tagen dort ein- und ausgestiegen sind. Unser erstes Ziel war der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillion, der sich wie gestern Abend erhofft in seiner vollen Pracht im Sonnenschein präsentierte. Nahezu baugleich mit dem Silbernen Pavillion, der nicht wirklich fertig gestellt wurde, sonst würde diesen wie sein Name verrät, eine Schicht Plattsilber überziehen, wirkt der Kinkaku-ji um einiges beeindruckender, wenn auch mir die Gartenanlage beim Ginkaku-ji besser gefallen hatte.


Danach gings dann weiter zum Ryoan-ji mit seinem weltberühmten Steingarten. Bevor wir uns aber diesem Genuss widmeten, füllten wir unsere knurrenden Mägen wieder mit etwas leckerem, da es bereits Essenszeit war. Eigentlich braucht man dafür nur seiner Nase zu folgen. An jeder Ecke dufetet es verführerisch und dann hat man bei den präsentierten Gerichten auch noch die Qual der Wahl, weil alles so lecker aussieht oder sich anhört. Verhungern muss man also wirklich nicht; auch nicht, wenn man wie ich keinen Fisch und keine Meeresfrüchte isst. Und die Preise sind zudem auch noch sehr moderat. 
Gut gesättigt ging es dann weiter auf dem Weg zum Ryoan-ji. Unterwegs haben wir noch ein paar Andenken organisiert, die hoffentlich noch Platz in unseren gut gefüllten Koffern finden werden und nicht das Gewichtslimit sprengen werden. ;) 
Dann hatten wir unser Ziel erreicht und nach dem Löhnen des Eintritts konnten wir das Gelände betreten. Die Tempelanlage ansich ist mit dem großen See wunderschön. Dann kam das Highlight: Der Steingarten. Aber irgendwie hatte ich ihn mir etwas größer und beeindruckender vorgestellt. Das Schuhean- und -ausziehen hat insgesamt vielleicht länger gedauert als die Betrachtung des gerühmten Objekts. Interessant war es aber trotzdem. Feinsäuberlich geharkter heller Kies, der ab und an durch Steininseln, die wie willkürlich hingeworfen wirken, unterbrochen wird. Anschließend sind wir noch etwas über das Tempelgelände geschlendert und haben den See vollständig umrundet.


 
Als letztes stand heute der Ninna-ji auf dem Programm, der sich praktischerweise mit den beiden anderen Tempeln wie Perlen auf eine Schnur reiht und so alle drei bequem zu Fuß an einem Tag abzulaufen sind.
Nachdem wir den Tempel erreicht hatten, mussten wir uns kurz auf den Eingang eingen und sind dann einfach vom Parkplatz aus über einen breiten Weg mit allerlei Ständen zum Ninna-ji gegangen. Dadurch sind wir nicht gleich durch das große Tor gegangen, sondern konnten es vorerst nur aus einiger Entfernung betrachten. Dann mussten wir wieder etwas Eintritt bezahlen und wurden gleich nach dem Durchschreiten eines weiteren Tores von einem Meer von Kirschbäumen empfangen. So haben wir dann auch die kurze Rast genutzt, um ausgiebig dem Beispiel abertausender Japaner zu folgen, die zu dieser Jahreszeit nur eines machen: Kirschblüten fotographieren. Irgendwie steckt es an. Es macht aber auch Spaß, sich auf die Suche nach dem perfekten Motiv zu begeben und dabei entstehen echt tolle Bilder.


Nachdem wir dann etliche gute Schnappschüsse unser Eigen nenn durften, sind wir weiter gegangen und haben das Tempelgelände etwas erkundet. Viel besonderes hatte es bis auf die große Pagode nicht zu bieten, dennoch war die Anlage wieder sehr stimmig und trotz der vielen Menschen ein angenehm ruhiger Pool in der Großstadt, wenn auch dieses Mal an deren Rand gelegen.



Da es danach nicht mehr lohnte, noch etwas anders zu besichtigen - immerhin war es inzwischen kurz vor vier und die meisten Sehenswürdigkeiten machen zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr spätestens zu - haben wir uns entschlossen wie geplant nach Hause zu fahren. An der Bushaltestelle erlebten wir allerdings einen kleinen Schock: Dutzende wollten ebenfalls wie wir mit dem Bus zurück in die Innenstadt. Da wir keine Lust auf Stehen im Bus hatten, haben wir uns ganz mutig in den JR-Bus gesetzt, da dieser sehr leer war und Omija Shijo (eine Station vor unserer) dranstand. Im Endeffekt hat sich das nicht nur wegen der ergatterten Sitzplätze als gute Wahl entpuppt, sondern auch, weil unsere Rail Pässe auf der Linie anerkannt werden. Hätten wir das mal eher gewusst... Naja, beim nächsten Mal wissen wir es dann.

Das war also unser vorletzter Tag in Kyoto. Was morgen ansteht, hatte ich ja schon ganz am Anfang erwähnt. Also bis dann!
Elisabeth aka Mari

PS: Leute, lasst doch nach dem Lesen bitte einen Kommentar da. Wir freuen uns über jedes Wort von euch. Nicht wunder, dass ihr die Kommentare nicht gleich seht. Ich muss sie erst freischalten. Das dauert dann immer bis zum nächsten Tag. Zensiert wird dabei bis auf lästigen Spam etc. allerdings absolut nichts.

Kommentare:

  1. Hallo Ihr Beiden, leider komme icherst jetzt wieder dazu Euren Blog zu verfolgen. Ihr wisst ja sicher das ich noch in Ungarn rumkutsche. Jetzt wieder in Sopron ist auch die moderne Technik funktionsfähig, jedenfalls für mich. Eins-zwei-drei im Sauseschritt eilt die Zeit und Ihr eilt mit! Kyoto verabschiedet sich von Euch und hinterläßt viele Eindrücke und Ihr habt Euch schon soo daran gewöhnt. Aber was jetzt auf Euch zukommt wird möglicherweise, wenn auch anders, noch beeindruckender sein. Ich wünsche Euch eine gute Weiterreise und bin in Gedanken bei Euch. Det

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  2. Hallo, Ihr tollen Mädchen, Alca und Mari,

    ich habe einigen Kolleginnen Euren Blog gezeigt.
    Sie sind begeistert von Eurem Unternehmungsgeist und wie Ihr Euch so zurechtfindet.
    Natürlich finden die vielen schönen Bilder große Beachtung.
    Für mich muß ich sagen: Ich finde es bewunderswert, dass Ihr Mädels nach jeden ereignisreichen Tag noch Kraft und Willen habt uns auf dem Laufenden zu halten.
    Hallo Christiane, große Freude bei allen Kartenempfängern, von Omas, Opa bis Gitta und uns.
    Vielen Dank dafür.
    Weiterhin viel Spaß und bleibt gesund und munter.
    Viele Grüße
    von Babba und Mamma
    aus Wdl.

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