Mittwoch, 7. April 2010

Wenn das Wetter nicht so will...

Heute haben wir es ganz entspannt angehen lassen und sind nach Arashiyama gefahren. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt. Einerseits war es so vielleicht ganz gut, weil es nicht so warm war und die Wanderung von Tempel zu Tempel nicht so anstrengend war. Andererseits war es schade, weil bei Sonnenschein die Tempelanlagen mit den traumhaft schönen Gärten sicher noch um einiges besser und schöner ausgesehen hätten. Aber man kann ja nicht immer Glück haben. Vielleicht sieht es morgen besser aus und wenn nicht, werden wir uns auf jeden Fall etwas wärmeres anziehen. Ich hatte zwar schon ein langes Shirt und ein T-Shirt sowie meine dicke Jacke an, hab aber dennoch gefroren. Morgen wird dann noch eins draufgesetzt. Flauschepullover und Mützen-Schal-Handschuh-Dingens dazu. Das ist dann sicher angenehm warm.

Wir sind also heute wieder um acht aufgestanden, haben gemütlich gefrühstückt und uns dann fertig gemacht. Weil ich gestern Probleme mit meinen Fersen hatte, hab ich es mal mit tapen versucht. Das Sporttape ist hier sogar richtig günstig. 5 Meter kosten knapp 5 Euro. In Deutschland bezahlt man da für einiges mehr. Und gebracht hat es auch viel. Obwohl wir heute wieder recht viel gelaufen sind, tun mir meine Füße jetzt nicht ganz so weh. Morgen werd ich das nochmal versuchen. Allerdings mit anderen Schuhen. Die Stiefel waren doch etwas eng.
Als wir dann endlich fertig waren, sind wir zur JR Tambaguchi Station gelaufen und von dort aus nach Arashiyama gefahren. Wie schon befürchtet, war der Zug wieder sehr voll und wir mussten stehen. Waren aber zum Glück nur 5 Stationen. 
Nach dem Ankomen haben wir uns gleich erstmal eine Walking Map geholt, damit wir auch wussten, wo wir hinmüssen. Mein Stadtplan von Kyoto fällt nämlich schon auseinander. Ich muss mir dringend irgendwo Klebestreifen besorgen. Mit Plan gings dann zum Tenryu-ji. Wieder ein ziemlich mächtiger Tempel. Zum Glück waren heute nicht so viele Leute unterwegs und es war recht entspannend.
Das Sehenswerteste an diesem Tempel ist der Zen-Garten. Der ist wirklich einmalig toll. Irgendwie richtig urwüchsig, aber dennoch ist jede Pflanze und jeder Stein an seinem Platz. Und natürlich auch die Kirschbäume, von denen es dort auch wieder jede Menge in vollster Blüte gab.


Schon allein die Farben der Kirschblüten sind einen Besuch zu dieser Jahreszeit wert. Mehr könnt ihr wieder im Fotoalbum sehen.
Anschließend sind wir dann essen gegangen, haben uns zuvor aber noch durch Massen von Menschen auf der Touristenmeile kämpfen müssen. Ausgesucht haben wir uns dieses Mal Udon mit Rindfleisch. War auch wieder sehr lecker und vor allem die heiße Brühe hat bei dem kalten Wetter unheimlich gut getan. Der Kaffee hat dann noch zusätzlich gewärmt.Frisch gestärkt konnte es dann weiter gehen.
Nach ein paar Schritten haben wir allerdings bemerkt, dass wir wieder mal unsere stylischen durchsichtigen Plastiksregenschirme vergessen haben, also wieder zurück und sie aus dem Schirmständer vorm Restaurant befreien. Sie haben dort auch ganz brav auf uns gewartet.
Nächstes Ziel war die Togetsu-kyo. Von dort hatte man einen sehr schönen Blick auf die dicht mit Kirschbäumen bestandenen Ufer. Allerdings war es auf der Brücke sehr kalt und windig und wir haben mächtig gefroren.


Hier sind leider nur 3 Bilder im Album, aber ich hab eine Panoramaufnahme gemacht. Die muss ich allerdings erst in Deutschland zusammenbasteln. Das benötigte Programm hab ich dummerweise nicht auf dem Laptop installiert. Wenn es fertig ist, findet ihr es im Album von der Brücke.
Anschließend gings dann zur letzten Station für heute, dem Daikaku-ji. Bis dahin war es ein ziemlicher Fußweg und wir haben einmal Pause gemacht. Wir saßen kaum, da hat uns ein junger Japaner angequatscht und wollte wissen, wo wir herkommen. Mit dem Mundschutz war er allerdings recht schlecht zu verstehen. Hat dann aber doch noch geklappt. Als wir ihm dann gesagt haben, dass wir aus Deutschland sind, hat er uns mit einem "Guten Tag" begrüßt. Richtig niedlich. Dann gab er uns noch den Ratschlag schön langsam zu machen. "ゆっくり - yukkuri" (langsam) ist neben "すみません - Sumimasen" (Entschuldigung) und "ありがとうございます- Arigatou gozaimasu" (Danke) das von uns am meisten benutzte Wort. Takuya ist Schuld. Er hats uns beigebracht bzw. wir haben ihn danach gefragt, um ihn zurückzupfeifen, wenn er mal wieder vorne weg eilt. Hoffentlich macht er das nicht in Tokyo. Dort finden wir ihn nie wieder und da werden wir wohl auch nicht vielen mit lauten Yukkuri-Rufen Erfolg haben. Vielleicht sollten wir ihn sicherheitshalber an die Leine legen.
Nach ner guten halben Stunde waren wir dann auch am Daikaku-ji angekommen. Der Weg dorthin hat uns durch ein ländliches Wohngebiet geführt: Bauernhäuser und Felder. War recht interessant zu sehen, wie es abseits der Großstadt aussieht.
Kaum hatten wir das Tempelgelände betreten, hieß es auch schon Schuhe ausziehen, weil wieder alle Gebäude miteinander verbunden waren und man nicht auf den Erdboden kommt. Zum Glück hatten sie genug Schlappen. Ohne die hätte ich sicher nach wenigen Minuten Eisfüße gehabt. So ganz angenehm ist Holzfußboden im Freien nämlich nicht. Dann haben wir uns erstmal eine Fotoshow angesehen. Wir müssen unbedingt noch einmal im Herbst zur Laubfärbung nach Arashiyama. Die Bilder waren die Wucht. Danach gings dann über Stege von Halle zu Halle bis zur Terrasse am See. Schade, dass es bewölkt war. Das sich bietende Panorama wäre bei richtig gutem Wetter sicher noch schöner gewesen. Aber immerhin war das Wetter besser als am Vormittag und ab und an kam auch mal die Sonne raus.


Noch mehr Bilder vom Daikaku-ji findet ihr hier.

Nach der Besichtigung - immerhin war es schon um vier - sind wir auf direktem Weg zur Bahnstation, um zurückzufahren. Wir wollten noch einkaufen und mal nach Zeitschriften gucken. Alca ist im Buchladen an der Tambaguchi Station tatsächlich fündig geworden. Ich hab dagegen Geld gespart. Das wird sich aber sicher ändern, wenn wir in den großen CD/DVD/Buchladen in Shijo Omiya gehen...

Das war also unser heutiger Tag. Ich werd jetzt mal wie Alca die Sitzbadewanne ausprobieren und dann gleich ins Bett verschwinden. Es ist jetzt zwar erst zehn nach acht, aber morgen haben wir wieder ein straffes Programm. Wir wollen nach Nara und Uji und uns auch noch den Fushimi Inari-taisha ansehen. Mal sehen, was wir davon wirklich schaffen. Da heißt es früh aufstehen. Wir haben uns auf halb sieben geeinigt...
Elisabeth aka Mari

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