Sonntag, 11. April 2010

Unterwegs in Kyoto, die 5.

Wie die Überschrift schon verrät, waren wir heute wieder in Kyoto unterwegs und haben dabei unser Tagesticket für den Bus voll und ganz ausgenutzt. Gestern hatte mein Knie ja schon ein paar kleine Probleme bereitet, heute hat es dann doch um einiges mehr gemeckert. Aber ein echter Indianer kennt keinen Schmerz und wir auch nicht. Außerdem wollten wir uns noch einiges ansehen. Leider hat heute das Wetter wieder nicht so ganz mitgespielt. Es war den ganzen Tag ziemlich bedeckt und drückend schwül.
Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus zum Toji gefahren, dessen Pagode die höchste von ganz Japan ist. Bei der Besichtigung haben wir uns recht viel Zeit gelassen und auch ausgekostet, dass heute nicht wieder Massen von Menschen unterwegs waren. So war es recht ruhig - nur die blöde Ampel vor dem Tempelgelände hat ständig gezwischert... Dennoch haben wir uns nicht davon abhalten lassen, den wunderschönen Garten anzusehen und diesen auch richtig zu genießen.



Abends ist die Pagode übrigens wunderschön beleuchtet, wie wir auf der Heimfahrt feststellen konnten. Bei unserem nächsten Besuch werden wir uns nach dem Dunkelwerden einfach mal in den Bus setzen und ein paar Nachtaufnahmen machen. Heute waren wir zwar auch am Abend unterwegs, aber das Wetter war noch ungemütlicher als tagsüber - Regen.
Nach dem wir genug von der Pagode hatten, sind wir in den nächsten Bus gestiegen und weiter gefahren. Der nächste Punkt war der Tofukuji. Ich hatte mich zwar vorher mit den Sehenswürdigkeiten von Kyoto ausgiebig auseinander gesetzt, aber so wirklich wusste ich nicht mehr, was dieser Tempel zu bieten hatte. Daher war ich dann auch mächtig überrascht, als wir über eine Holzbrücke gingen und wir den ersten Blick auf die Anlage werfen konnten, die inmitten eines wunderschönen Laubwaldes gelegen ist. Wie bei den meisten Tempeln war auch dieser auf einen weitläufigen Gelände inmitten eines Naturgartens untergebracht und einfach nur wunderschön.



Wohlgemerkt: Wir sind noch immer in Kyoto und nicht irgendwo weitab vom Schuss mitten auf dem Land. Ich bin ja schon jetzt gespannt, wie dieser Tempel erst zur Laubfärbung wirken wird, wenn alle Bäume in den verschiedensten Rot- und Gelbtönen leuchten.
Anschließend gings dann erstmal zum Mittagessen  und wir sind über ein richtig winziges, aber total typich japanisches Restaurant gestolpert. Zum Glück waren dort wieder alle Gerichte im Schaufenster ausgestellt und wir konnten uns so für ein Gericht entscheiden. Und was wir dann erhalten haben, war nicht nur richtig günstig, sondern auch total lecker und die Wirtin war einfach klasse. Sie konnte zwar nur gebrochen Englisch, aber wir haben uns trotzdem verstanden.
Frisch gestärkt gings dann zum Sanjusangendo, dem letzten Tempel, den wir heute besichtigen wollten. Auch hier wusste ich nicht mehr wirklich, was dieser Besonderes zu bieten hatte, aber da ich ihn grün in meiner Wunschliste hatte, schien dieser doch interessant zu sein. Wir also hin, Eintritt bezahlt und erstmal raus aus den Schuhen. Dann sind wir einfach dem Strom gefolgt und kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus. In der riesigen, sehr langgezogenen Halle erwarteten uns 100 Kannonfiguren in Lebensgröße, die die große Buddhastatue flankieren. Es war einfach ... wooow! Leider durfte man drin nicht fotografieren...


Hier sind noch ein paar Bilder von der Außenanlage, die im Vergleich zu der vieler anderer Tempel recht überschaubar war.
Da es inzwischen gegen drei war, haben wir beschlossen, an dieser Stelle nach Hause zu fahren und uns etwas für den Abend auszuruhen, da wir ja noch nach Gion wollten. Unterwegs haben wir noch einen kurzen Zwischenstop am Bahnhof eingelegt, um unsere Sitzplätze für die Fahrt nach Tokyo zu reservieren. Dieses Mal hatten wir mit dem Angestellten nicht soviel Glück. Er hat uns ziemlich genervt abgefertig. Aber immerhin haben wir jetzt unsere Platzkarten. Dann hieß es für 1,5 h die Füße hochlegen und etwas entspannen.
Gegen halb sechs sind wir dann wieder los. Leider hatte es inzwsichen angefangen zu Regnen und so haben wir unseren Besuch in Gion etwas kurz gehalten. Auf der Suche nach etwas Essbarem haben wir uns das Viertel bei Dunkelheit mal angesehen und auch die ein oder andere Maiko auf dem Weg zur Arbeit entdeckt. Im historischen Gion selbst gab es zwar zig Lokale, aber die waren alle über unserem Budget und wir sind in das, das wir gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus entdeckt hatten, zurückgekehrt. Das hat sich auch als perfekte Wahl erwiesen. Das Essen war zwar mit rund 1.500 Yen teuerer als geplant, aber die Abendkarte hat ja auch bei uns etwas höhere Preise als das Mittagsmenü. Dafür haben wir aber für unser Geld gleich ein ganzes Menü mit Tempura und Udon bekommen und es war verdammt lecker!
Nach dem Essen haben wir dann noch schnell einen Abstecher zum Yasakajinja gemacht. Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Lampions dort abends beleuchtet sind. Es sah einfach fantastisch aus!


Leider kommt das auf den Bildern nicht so wirklich rüber. Man muss es einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Dennoch sind hier noch ein paar weitere.
Zu guter letzte noch eine kleine Anektote von unserer Rückfahrt nach Hause, die wir nach dem Besuch des Schreins angetreten haben. Kurz vor unserer Station kommt ein junges Mädchen zu uns - geschickt vom Busfahrer - um sich zu erkundigen, wo wir hinwollen. Erst haben wir sie nicht verstanden, aber dann hats doch klick gemacht, als sich auch noch der Busfahrer und ihr Freund eingemischt haben. Sie hatten gedacht, wir sitzen im falschen Bus und wollten zum Bahnhof. Dem war aber nicht der Fall und wir haben schnell erklärt, wo wir aussteigen wollen und dass das schon der richtige Bus war. Immerhin fahren wir nicht zum ersten Mal mit dem Bus und der Busplan ist auch recht übersichtlich. Kaum war der Bus an der Station vor unserer losgefahren, kündigte der Fahrer auch schon unsere überdeutlich an. Davor hatte er die ganze Zeit sosehr genuschelt, dass er kaum zu verstehen war. Das hätte er eigentlich nicht gebraucht. In den Linienbussen wird nicht nur auf Japanisch und Englisch/Romaji die nächste Station angezeigt, sondern auch noch mehrfach durchgesagt, so dass man eigentlich gar nicht falsch aussteigen kann. Wir haben darüber jedenfalls sehr gelacht. Nach dem wir ausgestiegen sind, hat uns der Busfahrer dann sogar noch zugewunken.

Das wars also für heute von uns. Morgen gehen wir shoppen und abends dann zum Konzert. Je nachdem wann wir zu Hause sind, gibt es noch einen Blogeintrag davon. Spätestens am Dienstag lassen wir wieder etwas von uns hören.
Elisabeth aka Mari

PS: Handtaschen-Boys... Glaub mir, man gewöhnt sich an solche Anblicke - mehr oder weniger - aber dank soetwas gibt es eben doch ab und an etwas zu lachen und wir haben noch mehr Spaß.
Was den Kuchen angeht.... Ich wills mir gar nicht vorstellen, wies da auf der Autobahn ausgesehen haben muss, aber wenn du das schon erwähnts und ich mir die Bilder von dem Kuchen noch einmal betrachte... Da gabs sicher eine gewisse Ähnlichkeit. In Natura sahen sie allerdings nicht so unappetitlich aus.

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