Donnerstag, 8. April 2010

Und der nächste ereignisreiche Tag

Und hier kommt der nächste Eintrag in Alcas und meinem Reiseblog. Aber bevor ich mit der Berichterstattung anfange, erst einmal vielen Dank an alle, die bis jetzt einen Kommentar geschrieben haben. Und alle anderen sind noch immer herzlich eingeladen, ihren Senf zu unseren Erlebnissen dazu zu geben. Ihr braucht euch nicht zurück zu halten!

Wie schon gestern angekündigt, hatten wir heute ein straffes Programm, aber im Rückblick war der Tag doch recht angenehm und entspannt im Vergleich zu mach anderem.
Nachdem halb sieben der Wecker geklingelt hatte - ich war allerdings schon kurz nach sechs wach - sagte uns ein Blick aus dem Fenster, dass wir heute im Gegensatz zu gestern mit schönem Wetter zu rechnen hatten. Also gehörte auch die Sonnencreme zu unserer Vorbereitung. 
Trotz, dass wir es heute eilig hatten, haben wir in Ruhe gefrühstückt und haben es tatsächlich geschafft, kurz nach halb acht das Haus zu verlassen. Wir wurden auch gleich damit belohnt, dass wir, kaum dass wir die Bushaltestelle erreicht hatten, in den Bus zum Bahnhof steigen konnten. Dieser war zum Glück auch so gut wie leer und wir mussten nicht stehen. Am Bahnhof angekommen, konnten wir auch gleich in unseren Zug steigen, der nicht nur schon da stand, sondern auch leer war. Kurz vor der Abfahrt wurde dieser aber noch recht voll, da die ganzen Schüler auf dem Weg zum Unterricht waren. Aber wir hatten ja einen Platz und mehr wollten wir nicht. 
Unser erstes Ziel war in Fushimi der Inari Taisha. Das ist ein ganz besonderer Schrein, den wir sicher noch einmal besuchen werden. Dann planen wir aber einen ganzen Tag ein, um wirklich die gesamten mit Torii flankierten Wege abzulaufen; immerhin vier Kilometer. Heute haben wir uns nur mit einem kleinen Teil, den wir dank der frühen Morgenstunde auch noch fast für uns ganz alleine hatten. Lohnt sich manchmal eben doch, so früh aus dem Futon zu kriechen, auch wenn das Aufstehen etwas schwer fiel und wir noch ziemlich müde waren.


Mehr von solchen Bildern findet ihr wieder im Fotoalbum. Und nein, die Bilder sind nicht gefaket oder irgendwie bearbeitet. Das sieht dort wirklich so aus!
Um kurz nach halb zehn ging es dann weiter nach Nara und wir hatten wieder Glück mit dem Zug. Wir mussten nicht lange warten und er war wieder so gut wie leer. Also konnten wir die Fahrt entspannt genießen und erlebten etwas, das in Japan nur sehr selten vorkommt: Zugverspätung. In Uji mussten wir drei Minuten auf den Rapid warten und konnten erst danach weiterfahren. Kurz vorm Ziel hatte sich die Verspätung schon auf stolze 10 Minuten summiert, da wir nur den Lokal genommen hatten und der immer dem Rapid den Vortritt lassen mussten. Aber wir hatten ja Zeit. 
Gegen elf waren wir dann endlich in Nara angekommen und sind gleich zur Touristeninformation gegangen, um uns einen Stadtplan zu organisieren. Außerdem haben wir gleich eine Tageskarte für die örtlichen Busse geholt, da wir heute so viel wie möglich mit dem Bus fahren wollten. Mit 500 Yen war diese auch recht günstig.
Die Busstation haben wir dann auch recht schnell gefunden. Dann trat aber erste Verwirrung auf, weil alles nur auf japanisch beschriftet war. Wir sind anscheinend von Kyoto mächtig verwöhnt, da dort die Haltestellen, die wir bis jetzt gesehen haben, alle auch in Romaji, machmal sogar auch auf Englisch beschriftet sind. Außerdem werden im Bus die wichtigsten Haltestellen auch auf Englisch durgesagt. Wir habens dann doch noch gefunden und sind die paar Haltestellen zum Kofuku-ji gefahren. Im Bus wurden wir von einem älteren Japaner auf sehr gebrochenem Englisch angequatscht, ob wir Amerikaner sind. Als ich ihm erklärt habe, dass wir aus Deutschland kommen, hat er uns gleich etwas über unsere heutigen Pläne ausgequetscht und uns auch die richtige Haltestelle zum Aussteigen gesagt.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen und über die Straße gegangen, haben wir sie auch schon gesehen, die ersten Rehe. Genauso wie auf Miyajima laufen im Nara Park unzählige Rehe frei herum. Allerdings sind diese etwas zu zutraulich, regelrecht aufdringlich.
Hier sind noch ein paar Rehbilder und auch noch andere vom Nara Park.
Nach kurzem Rehestreicheln haben wir uns dann ins Getümmel gestürzt. Wieder waren Massen an Menschen unterwegs.
Am Kofuku-ji haben wir uns kurz umgesehen und auch die Halle von innen besichtigt. Dort waren ein paar sehr schöne alte Buddhafiguren ausgestellt. Leider war von der einstigen Tempelanlage nicht mehr viel zu sehen, da diese bei einem Brand zum größten Teil zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.


Trotzdem sind im Fotoalbum noch ein paar Bilder.
Danach gings dann weiter zum Todai-ji und dem großen Buddha von Nara. Der Weg dorthin glich einer Völerwanderung und irgendwie... Naja, mein Fazit zu Nara gibts am Schluss.
Der Tempel an sich - ganz besonders die gigantiche Halle und die Buddhafigur - ist schon recht beeindruckend, wirklich umgehauen hat es mich allerdings nicht. Vielleicht schon von Kyoto verwöhnt.



Leider kommt die Größe der Staue auf den Bildern nicht wirklich rüber, aber sie war schon sehr gigantisch. Für weitere Eindrücke sind noch viele andere Bilder im Album.
Danach gings dann erst einmal essen. Wir haben uns heute wieder für Udon entschieden gehabt. Alca hatte welche mit Tempura, ich mit Curry und Reis als Menü. War wieder einmal richtig lecker. Das Essen werden wir sicher in Deutschland vermissen. Anschließend haben wir uns noch ein Eis gegönnt und wollten es gemütlich auf einer Bank in der Sonne essen, aber die Rehe waren so aufdringlich, dass wir geflüchtet sind. Eines hat sich sogar an einem Blatt Papier in meiner Tasche gütlich getan und eine Ecke rausgerissen. Das war gar nicht mehr davon wegzubekommen und wollte auch noch die anderen Pläne anknabbern, aber da wir unser Eis ohne aufdringliche tierische Gesellschaft genießen wollten, haben wir uns auf zur letzten Station in Nara gemacht - dem Kasuga Taisha.
Der Weg dorthin war mit unzähligen steinernen Laternen gesäumt. Der Schrein selbst allerdings nicht so beeindruckend, so dass wir uns den Eintritt gespart haben und nur so ein paar Fotos gemacht haben.


Ein paar weitere Bilder sind noch im Fotoalbum.
Anschließend wir zur nächsten Busstation und direkt zum JR-Bahnhof gefahren, um dann wieder zurück nach Kyoto zu fahren. 
Nara war zwar mal interessant zu sehen, aber ich kann beim besten Willen nicht verstehen, was alle Leute so toll finden. Weder die von uns besuchten Schreine und Tempel noch der Park mit den Rehen hat uns wirklich beeindruckt. Vielleicht liegt das daran, dass wir alles bis auf den großen Buddha bis jetzt schon viel schöner gesehen habe. Rehe auf Miyajima, die dort auch nicht gefüttert werden durften und daher bei weitem nicht so aufdringlich waren, Schreine und Tempel in viel größerer Pracht in Kyoto und Uji. Noch einmal würde ich Nara nicht  besuchen. Das eine Mal hat gereicht.
Am Bahnhof hielt unsere Glückssträhne mit den Zügen an und wir konnten wieder einen Sitzplatz ergattern, um nach Hause zu fahren. Bevor wir aber Kyoto erreichten, haben wir noch einen Zwischenstop in Uji eingelegt, bei 7 Eleven was zu trinken geholt und uns dann auf dem Weg zum Byodo-in gemacht. Unterwegs sind wir so rein zufällig an einem Schuhgeschäft vorbei gekommen und da Alcas Schuhe sich zu verabschieden drohen, haben wir mal kurz reingeschaut. Natürlich sind wir beide mit je einem paar chicen Turnschuhen rausgegangen.


Mit unseren Errungenschaften gings dann endlich zum Byodo-in. Alca hat unterwegs ständig über Essen geredet und das Wort ist sehr, sehr oft gefallen. In der Straße zum Tempel hat es aber auch wirklich sehr lecker gerochen und an jeder Ecke gabs irgendeine andere Leckerei.
Wir habens dann doch noch zum Tempel geschafft und ich kann nur sagen: WOOOOW! Kein Vergleich zu Nara. Viel entspannter, ruhiger und auch viel beeindruckender. Und wieder gab es einen wunderschönen Garten.


Wenn ihr noch mehr Bilder sehen wollt, müsst ihr euch schon in das entsprechende Fotoalbum begeben.
Leider waren wir erst am Nachmittag in Uji. Das nächste Mal werden wir vormittags hinfahren. Dann spiegelt sich nicht nur die Rückseite und die Brücken im Wasser, sondern die gesamte Vorderfront. Das gibt sicher wahnsinnig schöne Bilder.
Noch beeindruckt von diesem Anblick sind wir dann zur Bahnstation zurückgegangen, um nun wirklich nach Hause zu fahren. Wieder war der Zug leer, aber wir hatten doch etwas nettes zum Gucken. Alca hat das Schnuckelchen gleich als kleinen Bruder von Gackt bezeichnet. Naja, zumindest von der Frisur bestand ziemlich große Ähnlichkeit. Lecker war er aber trotzdem. Aber auch ein kleiner Macho. Seine Freundin musste ihm am Bahnhof nämlicih erstmal schön die Schuhe putzen!
Nach ner knappen halben Stunde waren wir dann endlich in Kyoto angekommen und haben Schnuckelchen leider viel zu früh aus den Augen verloren. Ich wär gern noch ein bischen hinter ihm Rolltreppe hoch gefahren.
Aber wir mussten uns erstmal auf dem Bahnhof orientieren und dann auch unseren Bus suchen. Schnuckelchen hatte sich in der Zwischenzeit leider vom Acker gemacht. Während ich vor dem Bahnhof eine geraucht habe, war Alca so lieb und hat an der Information nach dem richtigen Bus gefragt und uns gleich zwei neue Fünferkarten organisiert. Besonders lange mussten wir dann auch nicht auf den leeren Bus warten und konnten gemütlichlich nach Omiya fahren. 
Da wir noch recht fit waren, hatten wir uns zuvor entschlossen, uns mal auf der Suche nach einem anderen Conbini zu machen, um das Essensangebot dort zu testen. Dank unserem lieben Plänezeichner von Kyoto Apartment haben wir uns direkt zum Family Mart begeben können. Ich glaub, das wird unser Stammconbini für die nächste Woche. Noch günstiger als 7 Eleven und total leckeres Essen. Und die Onigiri haben Bildchen!
Voll bepackt gings dann zurück zu unserem Apartment, um schön Abend zu essen. Während Alca in der Wanne plantscht, halte ich euch hier auf dem Laufenden. 

Morgen werden wir dann  mal richtig ausschlafen und gegen Mittag nach Himeji fahren, um uns das Schloss anzusehen, ehe es für die nächsten Jahre wegen Bauarbeiten geschlossen wird.



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