Dienstag, 13. April 2010

Planlos.... und noch mehr Tempel & Schreine

Planlos, aber nicht weil ich nichts zu berichten habe oder gerade mächtig verpeilt bin, sondern weil Alca mir unbeabsichtigt bei ihrem letzten Post meine Überschrift geklaut hat. Zwei Dumme... Ein Gedanke... Das Wetter gestern war aber auch wirklich alles andere als prickelnd und da ist "Singing in the rain" genau das richtige Lied dazu gewesen.

Wie Alca schon berichtet hat, waren wir gestern erst im Regen shoppen und nach etwas Ausruhen zu Hause im sind wir wieder im Regen zum Konzert gedackelt. Was das vorherige Essen angeht, kann ich mich Alca nur anschließen. Es war sehr durchschnittlich, dafür hat es aber auch nicht viel gekostet. Danach gings dann zum Konzert, aber irgendwie war das alles anders als in Deutschland. Kein Gezicke, kein Gedränge, kein Geschupse, kein Gekreische.... Alle haben geduldig gewartet, bis sie an der Reihe waren und sich nicht wie blöd nach vorn an die Bühne gedrängelt. Das war wirklich wie unter Erwachsenen. Also, ihr lieben Visus, die ihr doch alles so machen wollt wie in Japan, nehmt euch mal ein Beispiel!!!
Das Konzert selber... Ich hatte mich ja auf Miyavi gefreut, weil ich im Oktober nicht mit nach München konnte. Es war auch toll und er auch richtig gerockt, aber so wirklich mitgerissen hat es mich nicht. Lag vielleicht daran, dass ich Dank meines Knies die meiste Zeit an der Seite auf der Bank verbracht habe und nicht wirklich viel sehen konnte. Aber auch so wollte bei mir nicht wirklich Konzertstimmung aufkommen. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht noch einmal zu einem Konzert von ihm gehen werde, kann ich dennoch sagen, dass man Miyavi auf jeden Fall einmal live gesehen haben muss.

Und nun zum heutigen Tag...
Heute sind wir wieder um acht aufgestanden. Gestern gab es ja die rühmliche Ausnahme, dass wir bis um neun geschlafen haben. Leider war auch heute das Wetter alles andere als prickelnd. Aber wenigstens hat es nicht geregnet und so sind wir nach dem Frühstück los - ohne Regenschirm.
Unser erstes Ziel war der Daitoku-ji. Dort hatten wir Dank des recht schlechten Wetters die Anlage wieder fast für uns ganz allein und konnten uns diese in Ruhe ansehen. Leider waren die zahlreichen Nebentempel nicht zugänglich. Dabei hätte ich mir den Daisen-in gern mal etwas näher angesehen. So konnte ich nur einen Blick durch das Tor werfen.



Auf dem Tempelgelände haben wir noch etwas ganz besonders gesehen: Platzsparend einparken auf japanisch!


Danach haben wir uns wieder auf dem Weg zur Bushaltestelle gemacht, um von dort weiter zum Kamigamo-jinja zu fahren. Bevor wir diese erreichten, haben wir wieder etwas neues entdeckt. Auf dem Parkplatz des Daitoku-ji hat ein Bus beim Rückwärtsfahren zur Abwechslung mal nicht gesprochen, sondern gemäht. Erst hatte ich mich ja gefragt, wo das Mähen herkommt, da keine Schafe in der Nähe waren. Ich hatte einen Moment gebraucht, um das Geräusch einen Bus zuzuordnen. Sehr seltsam, aber das ist ja hier nichts neues.
Kaum waren wir am Kamigamo-jinja angekommen und hatten das Gelände betreten, fühlten wir uns wieder wie mitten im Wald. Der Schrein ist von einem wunderschönen Waldstück, über und über mit Moos bedeckt, umgeben, in dem der Garten sehr stimmig integriert wurde. Nur gut, dass es heute nicht allzu warm war, sonst wären wir dort sicherlich fortgeschwommen. Auch so war die Luftfeuchtigkeit dort ziemlich hoch.


Fotoalbum zum Kamigamo-jinja.

Nach dem Besuch des Schreins wollten wir eigentlich Mittag essen, aber wir haben nirgendwo ein ansprechendes Restaurant entdecken können. Also haben wir uns wieder in den Bus gesetzt und sind zum Shimogamo-jinja gefahren. Dort sollten wir dann tatsächlich mehr Glück haben. Auf der Suche nach dem Eingang, sind wir an einem von außen sehr unscheinbaren Restaurant vorbei gekommen, das wir erst ignoriert haben, weil weder Bildchen, noch Modelle noch eine englische Speisekarte verriet, was dort angeboten wurde. Aber da wir nichts anders gefunden haben und der Duft, der aus dem Restaurant drang, einfach zu verführerisch war, sind wir dann doch rein und haben es auf keinen Fall bereut. Das Restaurant hat sich als richtig typisches, wenn auch sehr kleines, Okonomiyaki-Restaurant entpuppt. Typisch dafür ist, dass man das Okonomiyaki am Tisch selbst auf einer beheizbaren Metallplatte zubereiten bzw. warmhalten kann. Mit Hilfe der Bedienung haben wir uns dann auch für Okonomiyaki mit Rindfleisch entschieden, die verdammt lecker waren und nach mehr geschmeckt haben. Wir haben uns dann aber doch gestoppt, die Zeche bezahlt (Zusammen 1.200 Yen. Das sind nichtmal 10 Euro. Und kostenloses Wasser war auch dabei) und zum Schrein gegangen. Der Eingang war dann auch gleich um die Ecke.
Dort wurden wir leider erstmal von einer Baustelle empfangen. An den meisten Tempeln und Schreinen wird irgendwo gearbeitet, um diese zu erhalten.


Hier sind noch ein paar Bildchen.

Das war unser heutiges Programm. Ganz ohne hetzen haben wir uns schon gegen drei auf den Weg zum Bus machen können. Dafür mussten wir zwar ein ganzes Stück laufen, sind dabei aber auch an der Mündung der beiden Flüsse vorbeigekommen. Für Fußgänger gabs dort neben den Brücken noch einen ganz neckischen Überweg. Alca hat sich zumindest teilweise getraut. Ich nicht.


Ein kurzes Stück später waren wir dann auch an der Bushaltestelle angekommen und mussten ein paar Minuten auf den Bus warten. Als dieser dann kam, mussten wir uns reindrängen, so voll war er. Zum Glück mussten wir nicht lange stehen, da die ganzen Schüler ein paar Haltestellen später ausgestiegen sind. Doch nachdem wir einen Platz hatten und es ein Stück recht leer im Bus war, füllte sich dieser dann wieder recht stark und an unserer Haltestelle mussten wir uns nach vorn kämpfen, um zu bezahlen und auszusteigen. In Japan bezahlt man die Busfahrt erst beim Aussteigen. Im Stadtgebiet kostet eine Fahrt 220 Yen, also recht günstig und man kann mit der Linie 206 schön im Kreis fahren. Praktischerweise fährt die auch fast vor unserer Haustür ab.
Zu Hause angekommen haben wir einen gemütlichen gemacht. Alca hat Blog geschrieben, ich hab gelesen. Dann haben wir uns was zu futtern geholt und ich hab mir erstmal die Hälfte der Brühe von den Udon auf die Hose geschüttelt. Also hieß es noch einmal waschen. Anschließend hab ich mich an meinen Blogeintrag gemacht und Alca übt jetzt ganz verbissen Katakana.

Das wars für heute. Morgen ist unser vorletzter richtige Tag in Kyoto und wir wollen uns die Gegend rund um den Goldenen Pavillion ansehen. Hoffentlich ist das Wetter dann etwas besser und der Tempel glänzt schön in der Sonne.
Elisabeth aka Mari

PS: Wer heute Bilder von uns beiden vermisst, muss sich gedulden. Erst hatte ich vergessen, die von Alcas Kamera herunterzuladen und dann war ich zu faul, es noch zu tun, weil ich meine bereits alle online gestellt hatte und ich mich nicht noch einmal mit Picasa auseinandersetzen wollte. Einmal am Tag reicht. Ich mag das Programm nämlich immer noch nicht, auch wenn die Funktion mit den Webalben ganz praktisch ist.

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