Freitag, 2. April 2010

Jetzt sind wir wirklich da!

Wie schon im letzten Post angekündigt, mussten wir heute ganz früh aufstehen. Immerhin sollten wir um acht zum Frühstück erscheinen. Während ich geduscht habe, hat bei Alca auch schon jemand telefonisch nachgefragt, wo wir denn bleiben. Aber nichts mit Drängeln oder Ermahnen!
Also ganz schnell zum Frühstück fertig gemacht und nach unten gegangen. Das Essen gab es in einem japanischen Speisezimmer mit Tatamimatten und niedrigen Tischen mit Sitzkissen. Noch vor dem Hinsetzen sind uns zwei dicke, wirklich dicke, 3 cm dicke! Toastscheiben aufgefallen. Sowas hab ich noch nie gesehen. Ansonsten waren für jeden ein rohes Ei, Salat, Wurst, Eigelb in einer Schale und noch andere Dinge bereit. Daraus konnte man sich in einer kleinen Panne auf dem Tisch selbst Rührei, Spiegelei etc. machen. Marmelade gab es natürlich, nur keinen Kaffee. War wirklich lecker das Frühstück und wir hinterher satt und zufrieden.
Beim Essen haben wir vermieden, aus dem Fenster zu sehen. Es hat nämlich geregnet. Aber nachdem wir die Koffer wieder zusammengepackt hatten und wir ausgecheckt hatte, hatte es zum Glück aufgehört. Allerdings war es noch ziemlich bewölkt und windig.
Als erstes sind wir, nachdem wir unser Gepäck im Ryokan hatten unterstellen können, wieder zu 7 Elven getappt und haben Geld abgehoben und lustige Schirme gekauft. Das Geldabheben hat auch super geklappt und wir haben alles bekommen, was wir wollten und der Automat hat sich, wie im vorherigen Eintrag schon erwähnt, bei uns bedankt. Danach sind wir dann dann wieder zum Bahnhof, um unseren Rail Pass einzulösen. Ging wieder super und wir hatten sofort zwei Angestellte, die sich mit recht passablem Englisch um uns gekümmert haben. Deutsche Bahn, schneid dir mal ne Scheibe davon ab!
Apropos Deutsche Bahn... Die Zugbegleiter sind in Japan auch viel freundlicher. Sie verbeugen sich jedes Mal vor den Reisenden, wenn sie den Wagon, den sie gerade passiert haben.
Zurück zum Text... Nachdem wir also unseren Rail Pass eingelöst haben, haben wir uns das Bahnhofsgebäude etwas genauer angesehen. Das ist schon echt toll! Bilder gibts dann irgendwann, wenn das Internet mal mehr als ne Sekunde verfügbar ist. Durch Zufall haben wir dann auch das TIC (Tourist Information Center) von Kyoto City gefunden. Die Dame dort war – wie sollte es auch anders sein – sehr nett und ist richtig aufgeblüht, nachdem ich ihr gesagt habe, dass wir 2 Wochen in Kyoto sind und sie hat immer mehr Kringel um die interessanten Sehenswürdigkeiten gemalt und uns noch einmal extra auf die Kirschblüte hingewiesen. Mit viel Informationsmaterial haben wir uns dann auf den Weg zum Sky Garden des Bahnhofs gemacht. Dorthinauf führt eine riesige Freitreppe. Wir haben dann aber doch die Rolltreppe genommen. Oben war es zwar ziemlich windig, aber wir haben uns Kyoto mal etwas von oben ansehen können.
Als nächstes war Alca dann bei der Post, um für Saku einen Weg zu erledigen. Ja, Maus, es hat geklappt! Sie hat das ganz allein gemacht, während ich draußen geraucht habe.
Danach haben wir dann unsere Besichtigungstour gestartet und sind zu den ersten beiden Tempel auf unserer langen Liste. Zuerst war der Higashi Hongan-ji. Leider war die große Halle wegen Restaurationsarbeiten eingepackt. Aber trotzdem ist der Tempel eine Wucht! Die Gebäude sind wirklich riesig und erhaben, strahlen gleichzeitig aber auch eine Wärme aus und wirken richtig anheimelnd. In der Großen Halle war dann auch noch eine Buddhistische Zeremonie, bei der ich mal kurz geschnuppert habe.
Weiter gings dann zum Nishi Hongan-ji. Obwohl die beiden Tempel zusammengehören, war dieser ganz anders als der Schwestertempel. Und er war nicht eingepackt, so dass man die Große Halle, die ebenfalls ganz aus Holz besteht, in ihrer vollen Pracht bewundern konnte. Unterwegs ist dann auch die Sonne herausgekommen, so dass wir doch noch Glück mit dem Wetter hatten.
Natürlich haben wir ganz viele Bilder gemacht, die ihr dann alle bewundern dürft.
Nach dieser kleinen Besichtigungstour sind wir dann zurück zum Bahnhof, um was zu essen. Da wir gestern solche Probleme mit der Speisekarte hatten, haben wir uns gedacht, dass es am Bahnhof eventuell leichter wird und außerdem wollte ich Ramen essen.
Das haben wir dann auch ganz erfolgreich mit kleiner Hilfe einer Angestellten des Restaurants gemeistert. Sie musste uns nämlich kurz den Automaten erklären. In Japan bestellt man bei einigen Restaurants am Automaten und bekommt dort Bons, die an die Küche weitergereicht werden. Wir mussten dann warten, bis ein Tisch frei wurde. Natürlich durften wir das auf vor dem Restaurant bereitstehenden Stühlen. Nach kurzer Wartezeit wurden wir dann freundlich ins Restaurant zu unserem Tisch gebracht. Dort standen schon unsere Getränke und zusätzlich noch kostenloses Wasser. Das Essen kam dann auch ziemlich schnell und wir haben erstmal etwas dumm geguckt. Wir hatten beide eine normale Portion Ramen mit Sojasauce und Bambussprossen bestellt und jeweils eine riesige Schale erhalten. Bezahlt haben wir für alles zusammen 1200 Yen. Das sind nicht ganz 10 Euro. Da wir hungrig waren, haben wir ordentlich reingehauen. War auch richtig lecker, aber dennoch haben wir es beide nicht geschafft.
Nachdem wir das Restaurant verlassen haben, ist uns das erste wirkliche Malheur passiert. Wir haben unsere chicen Plastikregenschirme vergessen! Also wieder zurück und holen. Waren aber noch da. Also kein Problem! Als wir sie hatten, sind wir zum Ryokan, um unser Gepäck zu holen. Schwer gepackt sind wir dann zurück zum Bahnhof, um uns ein Taxi zu nehmen.
Tja, das war allerdings leichter gedacht als getan. Ins Taxi sind wir schnell gekommen. Das wurde uns zugewiesen und die Tür hat sich automatisch geöffnet. Ich hatte mir vorsorglich die Adresse vom Apartment aufgeschrieben. Aber als ich dem Taxifahrer den Zettel gezeigt habe, waren wir nicht schlauer als vorher und keinen Deut näher an unserem Ziel. Er hat verzweifelt gelacht und uns auf japanisch zugetextet. Aber auch ohne ein Wort zu verstehen, war der Sinn ganz klar: Er konnte mit der Adresse nichts anfangen. Das lag allerdings nicht an meiner Schrift oder daran, dass ich sie falsch aufgeschrieben habe, sondern daran, dass er den ersten Teil einfach nicht für voll genommen hatte. Aber erklär das mal jemanden, der kein Englisch kann, wenn man selbst nicht wirklich Japanisch kann. Alca hat dann im Apartment angerufen. Der Typ hat es ihm dann erfolgreich erklärt und wir konnten endlich losfahren. Nach ein paar Minuten waren wir dann auch an unserem Ziel und wurden schon im Flur von einem Angestellten begrüßt. Leider weiß ich seinen Namen nicht mehr. Er hat uns soviel und so schnell auf Englisch erklärt, dass sein Name dabei vollkommen untergegangen ist.
Nach den Formalitäten (Mietvertrag, Mietzahlung, Kautionshinterlegung und zahlreichen Erklärungen) hat er uns dann zu unserem Apartment gebracht. No. 507 ist in den nächsten Tagen unser neues zu Hause. Auf dem Weg dorthin hat er es sich nicht nehmen lassen, unsere beiden! Koffer zu nehmen. Wir haben jeder knapp 30 kg und ich noch 10 kg Handgepäck! Starker Typ! Das Apartment ist echt klasse. Größer als erwartet, japanisch eingerichtet und auch besser in Schuss als befürchtet. Dann hat er uns schnell noch die Wäscherei und den Müllplatz gezeigt und wir sind zurück nach oben, um auszupacken. Vorher haben wir aber mal schnell ne Inspektion gestartet und uns zu nem Einkauf entschlossen. Also wieder runter und den netten Typ noch mal genervt. Leider war er kurz weg und wir mussten ein paar Minuten auf ihn warten. Dafür hat er dann aber gleich die nächsten Supermärkte und Conbinis eingezeichnet und wir sind dann losmarschiert.
Der von uns auserkorene Supermarkt, Drugstore um genauer zu sein, war allerdings weiter weg als gedacht. Aber so haben wir wenigsten gleich mal gucken können, wo wir morgen in den Zug steigen können, um zum Bahnhof zu fahren. Im Drugstore haben wir dann erstmal Putzmittel eingekauft. Zumindest wollten wir das, aber am Ende waren noch jede Menge lustige Süßigkeiten im Einkaufswagen. Die werden wir dann nach und nach verkosten und euch davon berichten. Die beiden Versuche bis jetzt waren nicht so wirklich erfolgreich. Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch bei 7 Eleven mit Getränken und etwas zum Abendbrot eingedeckt.
Zurück im Apartment haben wir dann erstmal ausgepackt und uns dann ans Putzen gemacht. Ja, Mama, die Japaner sind wirklich nicht so reinlich wie man erwartet. Danach hab ich mich dann an der Internetverbindung versucht. Leider nicht so erfolgreich wie erhofft. Im Moment will es nämlich gar nicht mehr. Das hält mich aber nicht ab, zu schreiben. Schließlich will ich auch ja nichts vergessen. So schreibe ich dann auch schon seit rund 2 Stunden. Mal sehen, wann ichs dann endlich posten kann, damit ihr das auch alles lesen könnt.
So... Das war also unser heutiger Tag. Ich werd jetzt noch mal schnell in nen Conbini rennen, was zu trinken holen. Dann geh ich noch Duschen und danach gleich ins Bett. Morgen fahren wir nach Hiroshima und treffen uns mit Takuya. Er hat uns zu einer Nacht auf Hiroshima eingeladen. Wir sind dann also erst irgendwann Sonntag Abend zurück.

Bis dann...
Elisabeth aka Mari

PS: Es hat geklappt! Internet geht gerade! Juchhu!!!

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