Sonntag, 18. April 2010

Der Herr der Sonne

Vielleicht sollten wir Takuya ab heute so nennen. Es kann ja schließlich kein Zufall sein, dass immer die Sonne scheint, wenn er bei uns ist. Erst hatten wir auf Miyajima herrlichstes Wetter, obwohl es auf der Fahrt nach Hiroshima teilweise sehr düster und nach Regen aussah. Gestern klarte es in Tokyo mit seiner Ankunft auch auf und es wurde noch richtig schön. Heute hatten wir in Nikko dann das schönste Frühlingswetter mit strahlend blauem Himmel, wenn auch teilweise recht frisch. Morgen soll es ebenfalls wieder schön werden. Aber ab Dienstag soll es laut Wetterbericht in der Yamanote wieder regnen. Nur komisch, dass Takuya morgen Abend wieder nach Hause fliegt... Das kann doch wirklich kein Zufall sein, oder?

Wie eben schon erwähnt, hatten wir heute wunderschönes Wetter. Genau passend für den geplanten Ausflug nach Nikko. Zur Abwechslung befindet sich diese Stadt nicht an der Küste, sondern mitten in den Bergen, auf denen noch einiges an Schnee lag. Auch in Nikko selbst war im Schatten noch recht viel von dem kalten Nass zu finden, das heute aber in der Sonne kräftig zusammen schrumpfte.
Nach kurzer, für mich nicht wirklich erholsamen Nacht - es war einfach viel zu warm im Hotelzimmer und man kann das Fenster nicht wirklich weit aufmachen - haben wir uns in Otsuka mit Takuya getroffen. Das ganze lief so ab: Tür der Yamanote auf, Takuya auf dem Bahnsteig entdeckt, Alca und ich laut nach ihm gerufen und schon war er bei uns im richtigen Wagon. War auch gut so. Wir hätten uns sonst vielleicht im Getümmel verloren und schließlich mussten wir in Ueno noch in Metro umsteigen und dann nach Asakusa fahren. 
Endlich dort angekommen, haben wir uns den Word Heritage Pass besorgt, der nicht nur die Fahrt mit der Tobu nach Nikko beinhaltet, sondern auch die örtlichen Busse und die Eintritte für die Welterbestätten.
Nach rund zwei Stunden Fahrt - Nikko ist immerhin gut 160 km von Tokyo entfernt, kamen wir kurz vor 12 Uhr in Nikko an und sind mit dem Bus zur Taiyuin-byo gefahren. 


Von dort erfolgte dann ein steiler, eigentlich nicht wirklich langer Aufstieg zum Rinno-ji. Für meinen Kreislauf war es aber anscheinend dennoch etwas viel nach der kurzen Nacht und mir war mal kurz schwindelig. Zu Glück hat sich das schnell wieder gegeben und wir konnten uns die drei großen Buddhastatuen und noch einige andere ansehen. Viel mehr zu bieten hatte der Tempel allerdings nicht und wir waren recht schnell mit der Besichtigung fertig, so dass wir zum nächsten Ziel gehen konnten: dem Tosho-gu.


Zur Fotogalerie des Rinno-ji.

Der war schon ein ganz anderes Kaliber und mit den reichverzierten Holzgebäuden eine echte Augenweide. Ich wusste gar nicht, welche Schnitzereien ich zuerst fotografieren sollte. Ganz wichtig war dabei allerdings die kleine, recht unscheinbare der drei berühmten Affen, die nichts böses hören, nichts böses sagen und nichts böses sehen. Wenn man nicht weiß, dass dieses Werk vorhanden ist, übersieht man es recht leicht.


Wir haben dann noch eine ganze Weile in diesem Schrein verbracht, ehe wir weiter zum Futarasan-jinja sind, der für mich genauso wie der Rinno-ji sehr unspektakulär war. Vielleicht sind wir da aber von Kyoto auch etwas sehr verwöhnt.



Nach erfolgreicher Futtersuche wollten wir dann als nächstes eigentlich zur Kaiserlichen Villa, die aber leider schon geschlossen hatte. So konnten wir nur von außen einen Blick drauf werfen und sind dann weiter zur Kanman-ga-fuchi. Das ist eine richtig schöne kleine Schlucht, deren Wanderweg mit vielen Steinfiguren verziert ist.



Nachdem wir diese dann abgeklappert haben, sind wir mit dem  Bus wieder zurück zum Bahnhof von Nikko und mussten uns entscheiden, ob wir nur ein paar Minuten warten und den Bummelzug nach Tokyo nehmen oder lieber 50 Minuten die Zeit in Nikko totschlagen und dann mit dem Rapid nach Hause fahren, dafür aber gleich nochmal 1000 Yen zahlen. Wir haben uns dann für die langsame Variante entschieden und somit auch knapp drei Stunden zurück gebraucht. So eine Zugfahrt kann ganz schön öde sein, vor allem mit Tobu. Absolut kein Vergleich zu JR.
Wieder zurück in Tokyo gings dann wieder mit der Metro nach Ueno und dann mit der Yamanote weiter nach Ikebukuro. Dort haben wir durch Zufall eine weitere Filiale der Restaurantkette gefunden, bei der wir gestern in Harajuku Mittag gegessen hatten, und haben dort natürlich gleich beim Abendessen zugeschlagen. Wieder äußerst lecker, viel Grünfutter und dazu auch richtig günstig. Wir werden sicher nochmal dort hin gehen. Danach hieß es dann von Takuya für heute Abschied nehmen, ehe wir zurück ins Hotel sind.

Mein Fazit zu Nikko: Nikko verspricht genauso wie Nara mehr als es dann letztendlich hält. Aber schon allein wegen des Tosho-gu ist es eine Reise wert. Und zum Glück war zumindest heute der Ort nicht so überlaufen wie Nara, als wir dort waren. Zudem wirkt dort alles etwas beschaulicher und nicht so auf Massenabfertigung getrimmt.

Das war also eine knappe Zusammenfassung unseres heutigen Tages. Morgen fahren wir nach Ueno und nach Asakusa.
Elisabeth aka Mari

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