Sonntag, 4. April 2010

Aua aua aua... und aua!

Hallo ihr Lieben. Nach zwei sehr, sehr ereignisreichen Tagen will ich mich mal wieder melden.

Wie schon angekündigt, waren wir gestern und heute in Hiroshima und Miyajima unterwegs, nachdem uns Takuya eingeladen hatte. Die beiden Tage waren einfach unheimlich toll, aber auch sehr anstrengend; ganz besonders für unsere Füße. Deshalb auch die Auas in der Überschrift. So viel wie gestern und heute bin ich schon lange nicht mehr gelaufen. Aber es hat sich wirklich gelohnt.

Gestern hieß es für uns um sieben aufstehen, da wir kurz nach halb zehn mit dem Shinkansen nach Hiroshima fahren wollten. Bevor wir in diesen einsteigen konnten, mussten wir allerdings erst noch ein ganzes Stück laufen, um zur nächsten JR-Station zu kommen. Immerhin rund 1,5 km mit Gepäck. Das kann sich ganz schön ziehen. Vor allem, wenn man noch immer nicht so ganz fit ist. Nach ner guten Viertelstunde hatten wir das auch geschafft und konnten zum Hauptbahnhof von Kyoto fahren. Wir waren auch mehr als pünktlich da, so dass wir in Ruhe das richtige Gleis für den Shinkansen suchen konnten. Die Züge fahren dort auf drei Ebenen. Ein ganz schönes Durcheinander. Aber zum Glück sehr gut ausgeschildert.
So wie immer kam auch der Shinkansen KODAMA pünktlich und wir konnten das kurze Stück nach Shin-Osaka fahren. Dort hatten wir nur ein paar Minuten Zeit zum Umsteigen und mussten uns etwas beeilen. War aber kein Problem und wir haben den HIKARI RailStar nach Hiroshima bekommen. Nach 1,5 Stunden waren wir dann kurz vor halb zwölf in Hiroshima, wo uns Takuya vom Bahnhof abholen wollte. Aber dort waren so viele Leute und der Bahnhof ist auch verdammt groß, so dass wir ihn nicht gesehen haben. Obwohl er uns direkt am Shinkansen Terminal erwartet hat. Naja, mussten wir halt mal kurz telefonieren und wir haben uns ein paar Minuten später vorm Bahnhof getroffen. Die Begrüßung war natürlich herzlich. Immerhin hab ich ihn ein Jahr lang nicht gesehen.
Danach haben wir uns dann den 2 Day Pass für Hiroshima und Miyajima gekauft. Musste Takuya erstmal erklären, dass es soetwas gibt. Wusste er nämlich gar nicht. Aber das Ding ist echt praktisch. Man kann an zwei Tagen die Straßenbahn von Hiroshima, die Fähre nach Miyajima und die Seilbahn auf Miyajima benutzen.
Als wir den Pass dann hatten, sind wir mit der Straßenbahn erstmal zum Hiroshima-jo, der rekonstruierten Burg gefahren, um uns diese anzusehen. Die ist richtig niedlich. Auf dem Weg hoch haben sehr viele Leute im Hiroshima-koen auf blauen Plastikplanen unter blühenden Kirschbäumen gepicknickt. Das Wetter hat aber auch wirklich dazu eingeladen. Wir sind schon bei strahlendem Sonnenschein losgefahren. Unterwegs sah es zwar nach schlechtem Wetter aus und wir haben das schlimmste befürchtet, aber als wir in Hiroshima angekommen waren, hat die Sonne wieder geschienen. 
Nach dem wir uns die Burg von Innen angeschaut haben - Takuya hat dabei netterweise meine Tasche getragen, weil sie echt zu schwer war - sind wir dann Richtung Atombombendom gegangen. Unterwegs haben wir noch nach was Essbaren gesucht und sind bei einem Italiener bzw. das, was man in Japan darunter versteht, gelandet. Das Essen war echt lecker und Takuya war viel zu schnell mit dem Bezahlen. Er hat uns nichtmal den Hauch einer Chance gelassen. *grml*
Gut gestärkt und mit neuen Kräften sind wir dann zum Atombombendom. Ich kann gar nicht wirklich beschreiben, was ich dabei gefühlt  habe. Es ist sehr seltsam dort zu sein und an die Ereignisse vor 55 Jahren zu denken. Es ist einfach schrecklich, was dort geschehen ist. 
Danach gings dann weiter zum Friedenspark und dem Friedensmuseum. Dort gibt es sehr viele Informationen, Bilder und Ausstellungsstücke zum ersten Atombombenabwurf und dessen Folgen. Bei der Besichtigung ist mit mehr als einmal fast die Luft weggeblieben. Alca und ich sind dann auch ziemlich schnell raus, weil es ziemlich heftig war.
Als wir uns wieder etwas gefangen hatten sind wir dann mit der Straßenbahn zum Fährhafen gefahren, haben vor der Überfahrt einen kurzen Abstecher zu Takuyas Auto gemacht, damit er sein Omiyage von uns ins Auto packen konnte und wir unsere bestellten Sachen - für Alca und mich ein Mützen-Handschuh-Schal von Despa und für mich noch ein Handtuch von Despa - in Empfang nehmen konnten. Einige können sich sicher vorstellen wie wir reagiert haben. ;) Natürlich mussten wir dann gleich auf der Fährüberfahrt Fotos machen. 
Nach einer Viertelstunde sind wir dann auf Miyajima angekommen und zum Ryokan getigert. Takuya immer flott voraus und Alca und ich sind fast auf dem Zahnfleisch gekrochen. Aber es war bald geschafft und wir sind in unserer Herberge angekommen. Da hatte Takuya was richtig chices ausgesucht und wir hatten ein riesiges Tatamizimmer mit großem Bad, beheiztem Klo und den von Alca vermissten Toilettenschlappen!
Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben und frisch gemacht haben sind wir dann zum Essen los. Alca und ich sind allerdings erstmal nur bis zum Giftshop des Ryokan gekommen. Naja, jetzt sehen unsere Handys schon sehr japanisch aus. Als wir uns endlich losreisen konnten, hat uns Takuya dann zu Okonomiyaki eingeladen. Das ist richtig, richtig lecker!
Als letztes an diesem Tag haben wir uns noch das berühmte Torii angesehen. Da gerade Ebbe war, konnten wir auch hinlaufen und es von ganz nah sehen und schöne Bilder machen. Danach gings dann zurück ins Ryokan. Nachdem Duschen - Takuya war im Onsen - haben wir noch viele Bilder gemacht und etwas rumgealbert und dann geschlafen. Wir waren echt erledigt.

Der nächste Tag begann wieder recht früh. Aber immerhin konnten wir Takuya auf acht Uhr mit dem Aufstehen hochhandeln. Früher wäre ich auch nicht aus dem Bett bzw. Futon gekommen. Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, haben wir Takuya in einen deutschen Brauch eingeweiht. Da ja Ostern ist, haben wir natürlich ein paar Kleinigkeiten auf dem Zimmer versteckt und er musste suchen. War echt lustig und wir haben viel gelacht.
Dann hieß es auschecken. Unser Gepäck konnten wir im Hotel lassen. Sie würden es uns auf Anruf zum Fähranleger bringen. Toller Service. Sucht man in Deutschland in normalen Hotels sicher vergebens.
Das anschließende Frühstück ging dann auch wieder auf Takuyas Rechnung. Es gab mal wieder Monstertoast. Die Scheiben sind echt drei Zentimeter dick, aber echt lecker. Und der Kaffee war auch super. In dem kleinen Kaffee haben wir dann auch noch den Tipp bekommen, gleich auf den Misen zu fahren, da der Andrang gegen Mittag richtig groß würde.
Also haben wir den Ratschlag des netten Mannes befolgt und sind zur Talstation der Seilbahn gegangen - durch einen wunderschönen Park mit Rehen und im strahlenden Sonnenschein. Dann kam meine erste Gondelfahrt mit einer Seilbahn. *bibber* War ganz schön unheimlich und wacklig und hoch und überhaupt... Aber ich habs überlebt, wenn auch mit verdammt zittrigen Knien beim Aussteigen. 
Dafür hat sich die Fahrt aber echt gelohnt. Die Aussicht von dort oben war einfach wunderschön. Da Takuya vom Vortag noch immer nicht ausgepowert war, ist er dann noch alleine zum nächsten Aussichtspunkt gewandert. Normalerweise beträgt die Wanderzeit 25 Minuten pro Strecke und dann nocheinmal 15 Minuten auf dem Rundweg am Gipfel. Takuya  war nach 40 Minuten wieder zurück. Dafür aber auch total fertig. 
Alca und ich haben uns die Zwischenzeit mit Postkartengestalten vertrieben. Sehr lustig und der nächte Purikuraautomat ist unser!
Dann sind wir wieder runtergefahren. Dieses Mal war die Fahrt nicht ganz so schlimm wie die Hochfahrt. Hat aber trotzdem gereicht. Nach dem Umsteigen war ein älteres japanisches Ehepaar mit uns in der Gondel. Wer weiß, was die von uns gedacht haben. Erst hab ich mich an Takuya geklammert und dann haben Alca und ich rumgealbert und den hochfahrenden Gondeln gewunken. Takuya meinte allerdings, dass sie es nicht peinlich fanden...
Unten angekommen sind wir Mittagessen gegangen und ich hab endlich mein erstes Donburi in Japan bekommen; wenn auch kein Gyudon, aber das gibts sicher noch! Natürlich hat Takuya wieder zahlen müssen. *grml* In Tokyo sind wir dann aber dran, und wenn wir ihn vorher k.o. schlagen müssen!
Nach dem Essen haben wir uns dann den Itsukushima-Schrein angesehen, zu dem das Torri im Meer gehört. Tolles Gebäude und auf jeden Fall einen Besuch wert. Danach gings dann zum Daigan-ji, den wir uns aber nur kurz von draußen angesehen haben. Eigentlich wollten wir anschließend noch den Daisho-in besichtigen, aber da hätten wir wieder ein ganzes Stück laufen müssen und es war auch schon spät. Takuya wollte gegen 17.00 Uhr zurück nach Hause fahren und wir mussten vorher noch Eintrittskarten kaufen. Also sind wir dann langsam zurück zum Fähranleger und haben noch einen Abstecher zur Fünfstöckigen Pagode und Senjo-kaku gemacht. Von dort aus war der Rückweg für uns dann recht teuer - Sanrio Shop. *grml* Aber ich hab jetzt ein neues Yoshikitty-Handtuch! Takuya hat dann noch das Ryokan angerufen und nach ein paar Minuten war dann unser Gepäck da. Wir konnten dann auch gleich mit der Fähre zurückfahren und sind zu Takuyas Auto, um zum nächsten Lawson zu fahren.
Takuya hat uns dort dann beim Eintrittskartenkaufen geholfen. Leider mussten wir unsere Konzertplanung etwas umstellen. Das the Underneath Konzert war leider ausverkauft. Ich hatte sowas aber schon befürchtet. Dafür hatten wir bei Miyavi Erfolg. Am 12.04. gehen wir ins Kyoto MUSE! *freu*
Danach hat uns Takuya dann zum nächsten JR-Bahnhof gebracht und es hieß Abschied nehmen. Aber in nichtmal zwei Wochen sehen wir uns in Tokyo wieder. *nochmehr freu*
Leider haben wir knapp den 18.15 Uhr Shinkansen nach Shin-Osaka verpasst und wir konnten erst den 19.15 Uhr nehmen, so dass wir halb zehn zurück in Kyoto waren, und das total fertig und mit noch mehr Fußaua als am Tag zuvor. Und dann hieß es nochmal 1,5 km mit schwerem Gepäck und Einkäufen nach Hause marschieren!

Das waren also die letzten beiden Tage. Trotz schmerzenden Füßen und Rücken möchte ich sie nicht missen und irgendwann werd ich sicher noch einmal Miyajima besuchen. Ein zauberhafter Flecken Erde und sehr, sehr ruhig.
Jetzt geh ich nur noch duschen und falle dann totmüde ins Bett. 
Bis bald!
Elisabeth aka Mari

PS: Bilder gibts in den nächsten Tagen, wenn wir mal mehr Zeit haben und nicht erst so spät nach Hause kommen. Wenigstens scheint das Internet jetzt recht gut zu gehen, so dass wir sie auch hochladen können.

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