Sonntag, 25. April 2010

Neuer Tag, gleiches Leid

Jetzt bin ich schon über 2 Tage wieder zurück in Deutschland. Der Koffer ist ausgepackt, Wäsche gewaschen und wieder im Schrank verstaut und bis auf ein paar kleine Dinge auf meinem Schreibtisch habe ich auch schon die Mitbringsel alle weggeräumt. Und dadurch habe ich nun noch mehr das Gefühl, dass die ganze Reise nur ein Traum war. Wenn mich hier der Alltag komplett wieder eingeholt hat, wird dies sicher noch um einiges zunehmen. Leider. Bleibt nur zu hoffen, dass ich so schnell wie möglich wieder zurück nach Japan komme. So wohl wie dort habe ich mich noch nirgends gefühlt. Selbst in den Großstädten Kyoto und Tokyo.
Gestern war das Heimweh nach Japan besonders schlimm. Lag sicher auch mit daran, dass ich noch total übermüdet und fertig von der Reise war. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund gewesen, denn heute - auch wenn ich noch immer etwas mit dem Jet Lag zu kämpfen habe - sieht es nicht wirklich besser aus. Wenn dann auch noch Leute kommen und absolut nicht verstehen, warum es mir so geht und auch nicht begreifen wollen, dass ich unbedingt wieder nach Japan will, wird alles nur noch schlimmer. Auf soetwas kann ich im Moment echt verzichten. Zum Glück habe ich auch einige, die das verstehen, mit denen ich reden kann und die mich mit ihren Worten nicht nur trösten und aufbauen. Danke, Alca. Hab dich ganz doll lieb. Unsere nächste Reise steht fest. Und bis dahin heißt es ordentlich Geld sparen.
Wie eben gesagt, wollen wir beide wieder zusammen nach Japan. Leider wird dies wohl erst im Herbst nächsten Jahres werden. Eine lange Zeit. Bis dahin können wir nur in unseren Erinnerungen schwelgen, die Bilder ansehen und aus den schönsten ein Album basteln. Zudem werden wir uns von Konzert zu Konzert hangeln, um wenigstens etwas Kontakt zu Japan zu haben. Im September kommt Despa wieder nach Deutschland und wir werden auf jeden Fall dabei sein.

In den nächsten Tagen werde ich hier noch einen Rückblick über die Reise bringen. So als kleine Zusammenfassung unserer Erlebnisse. Danach wird der Blog wahrscheinlich ruhen bzw. nur noch sehr sporatisch ein Einträge erhalten bis es dann wieder soweit ist und unsere nächste Reise kurz bevor steht.
Elisabeth aka Mari

Samstag, 24. April 2010

Aus und vorbei...

Seit gestern Mittag hat uns Deutschland wieder. Leider, auch wenn das jetzt vielleicht bitter klingt, aber so wirklich wohl fühle ich mich hier im Moment nicht und ich hab Heimweh nach Japan. Hier ist zwar alles gewohnt, man versteht die Leute wieder, ohne dass man sich mit Händen und Füßen und ein paar hilflosen Worten auf Japanisch und Englisch verständigen muss. Wirklich besser macht es dies aber auch nicht. 

Jetzt aber erstmal zu unseren letzten Stunden in Japan.
Nachdem wir um halb neun aufgestanden sind, haben wir in Ruhe unser Zeug zusammengepackt und uns fertig gemacht. Das Auschecken aus dem Hotel lief dann auch ganz problemlos und wir konnten noch einmal unser Gepäck wiegen, das zum Glück ganz knapp unter der Freigepäckgrenze war und wir somit nicht befürchten mussten, am Flughafen Übergepäck zu bezahlen. Bevor wir den Hotelangestellten erklärt haben, dass wir locker in der Freigepäckmenge drin sind, haben wir erstmal ihre Bestürzung und ihr Bedauern erfahren dürfen. Sie dachten nämlich, dass wir jeder nur 20 kg mitnehmen dürfen und am Flughafen sicher Probleme bekommen und ein Haufen Geld für das Übergepäck bezahlen müssen.
Dann haben wir unsere Koffer im Hotel gelassen und sind erst einmal zu Eddie's Frühstücken gegangen. Wieder hatten wir dort einen Platz am Fenster und konnten das Gewusel am Bahnhof von Ikebukuro beobachten. Anschließend sind wir noch etwas durch die Geschäfte geschlendert und  haben noch ein paar Kosmetika gekauft, die es in Deutschland nicht gibt. 
Dann gabs einen letzten Kaffee Latte bei Eddie's und das letzte Mal Schnuckel gucken, ehe wir uns wieder in den Regen raus gewagt haben, um unsere Koffer zu holen, und mit denen zum Bahnhof zurück zu kehren. Zum letzten Mal sind wir dann mit der Yamanote zum Bahnhof von Tokyo gefahren. Die ganze Fahrt über - wie angezeigt, genau 27 Minuten - saß uns ein absolutes Schnuckel gegenüber, bei dem man nicht nur in die Wange kneifen oder durch die Haare wuscheln wollte, sondern das richtig heiß und zum Schwachwerden war. Irgendwie schien er auch sehr nervös gewesen zu sein. Ab und an hat er verstohlen zu uns gesehen und ständig sein Gesicht total  niedlich verzogen. Als wir dann aussteigen mussten, hat er uns richtig nachgesehen und wir hätten ihm am liebsten mitgenommen. Einen Koffer hatte er immerhin schon dabei. Vielleicht hätten wir doch Mut fassen und ihn ansprechen sollen. Aber das hätte auch unseren Abschied noch schwerer gemacht.
Schwer bepackt gings dann zu den Shinkansengleisen und wir haben dort auf die Abfahrt des Zuges gewartet. Da wir ja eine Platzreservierung hatten, konnten wir uns dann ganz in Ruhe an unserem Wagon anstellen. Rund 10 Minuten vor Abfahrt kam der Zug dann auch, aber wir konnten noch nicht einsteigen. Erst mussten die Sitze gedreht werden und dann wurde er innen in Windeseile auf Hochglanz gebracht. Die ganze Aktion hat keine 7 Minuten gedauert und wir waren wieder einmal von der Effektivität des japanischen Bahnsystems begeistert. Dann konnten wir endlich einsteigen und bequem unsere Koffer hinter unseren Sitzen verstauen. Obwohl wir ja bei der Reservierung ein paar Verständigungsprobleme hatten, haben wir Plätze in der letzten Reihe bekommen und somit genug Stauraum dahinter. Und da der Zug auch recht leer war, kam niemand anderes, um seine Koffer dazuzustellen und hochzustapeln.
Rund drei Stunden hat die Fahrt dann nach Kyoto gedauert. Die komplette Zeit über hat es geregnet und wir hatten das Gefühl, der Himmel weint, weil wir gehen. Und uns gings nicht besser. Viel geredet haben wir nicht, hatten beide genug mit unseren eigenen Gefühlen zu tun und damit, gegen die Tränen anzukämpfen.
Als wir dann in Kyoto ankamen, wirkte diese Stadt auf uns irgendwie klein und grau nach dem bunten und lautem Tokyo, aber dennoch so vertraut und wie eine weitere Heimat.
Da wir uns am Bahnhof auskannten, brauchten wir auch nicht lange nach dem Gleis für den Haruka Limited Express suchen und mussten sogar noch ein paar Minuten warten. Und ich hatte davor Angst, dass die 27 Minuten zum Umsteigen - immerhin ist ein recht weiter Weg quer durch den gesamten Bahnhof - nicht reichen würden. Wieder konnten wir beobachten, wie der Zug vorbereitet und gereinigt wurde und wieder dauerte es nur rund 7 Minuten.
Und dann war es soweit. Unsere letzte Zugfahrt in Japan stand an. Wieder durch den Regen gings zum Kansai Airport und wir waren beide emotional ziemlich fertig. Im Zug hab ich dann noch einmal mit Takuya telefoniert und mich von ihm verabschiedet. Da kamen mir damm zum ersten Mal wirklich die Tränen. Ich werd ihn echt vermissen. Hoffentlich kommt er wirklich bald nach Deutschland.
Dort angekommen, haben wir zum letzten Mal unseren Rail Pass vorzeigen müssen und sind dann zum Abfertigungsschalter gegangen. Dort mussten wir wieder etwas warten, aber zum Glück nicht allzu lange und wir konnten unsere Koffer loswerden. Zusammen hatten wir 59,4 kg von erlaubten 60 kg. Dabei hatte Alca ein halbes kg weniger als ich. Die Angestellte am Schalter hat uns etwas seltsam angesehen, als wir uns daraufhin gegenseitig gratuliert haben.
Anschließend haben wir noch etwas gegessen. Unser letztes japanisches Esssen. Für Alca gab es Yakitori, für mich Udon. Und wieder war es richtig lecker. Kurz nachdem wir das Essen bekommen hatte, kam die kleine Kellnerin zu uns, und versuchte uns irgendetwas auf japanisch zu erklären. Englisch konnte sie leider nicht und das Wörterbuch hat in dem Fall auch nicht weitergeholfen. So hat sie dann verlegen aufgegeben und wir konnten fertig essen. Irgendwie kamen wir dann doch darauf, was sie uns sagen wollte. Wir waren kurz vor Geschäftsschluss gekommen und sie hatte uns dies mitteilen wollen.
Danach sind wir dann durch die Sicherheits- und Passkontrolle und ich hab mir im Duty Free noch Zigaretten gekauft. Da ich nicht mehr soviele Yen hatte, hab ich in Euro bezahlt und war ganz begeistert, als mich die Kassiererin gefragt hat, ob sie mir das Wechselgeld in Yen herausgeben kann.
Und dann stand auch schon unser Abflug bevor. Wieder ging das Einsteigen nach Sitzreihen, aber mit der japanischen Ordnung war es vorbei. Ein heilloses Durcheinander von Touristen hatte sich am Gate gebildet und es ging nicht so recht vorwärts, weil keiner mehr durchkam. Da habe ich mich zum ersten Mal wieder in das Land wirklich zurück gewünscht. Nirgends habe ich dort Gedrängel oder Geschubse erlebt. Alle haben dort geduldig darauf gewartet bis sie an die Reihe gekommen sind.
Die Maschine selbst war dann bis auf den letzten Platz ausgebucht und wir haben unser Handgepäck nur mit Hilfe der Flugbegleiter verstauen können, da die Fächer oben schon alle voll waren und wir am Notausgang keinen Sitz vor uns hatten, wo wir unsere Taschen hätten drunter schieben können. Der Platz war zwar praktisch, weil man seine Beine richtig ausstrecken konnte. Dafür hatte man aber nirgends eine Ablage und ich hab die Hälfte des Fluges nach dem USB-Anschluss für meinen MP3-Player gesucht. Falls ihr auch mal am Notausgang sitzen solltet, er befindet sich unter dem Sitz und nicht am ausklappbaren Monitor. Und einen anderen, ganz großen Nachteil hatten die Plätze auch noch. Rund die Hälfte des Fluges standen vor uns irgendwelche Leute und haben sich ohne Rücksicht lautstark unterhalten. Danke, liebe Spanier, dass ihr uns habt schlafen lassen. *grml* Rücksicht ist denen ein absolutes Fremdwort gewesen. Zur Krönung sind sie dann auch noch ab und an auf unseren Füßen rumgetrampelt, weil sie nicht aufgepasst haben. Sowas wie eine Entschuldigung gabs dafür allerdings nicht.
Der Start war dann richtig schlimm und mir liefen dann die ganze Zeit über die Tränen, weil ich einfach nicht weg wollte. Das war richtig schlimm. Zum Glück gings dann recht bald wieder und nur ein Gefühl der Leere blieb zurück.
Als es dann das erste Mal Essen gab, haben Alca und ich uns nur angewidert angesehen, lustlos mit der Gabel darin herumgestochert und es dann wieder zurückgegeben. Es hat nicht nur widerwärtig gerochen und ausgesehen, sondern auch nach absolut gar nichts geschmeckt. Mir graust es wirklich vor der gewohnt europäischen Küche, die im Vergleich zur japanischen wirklich sehr arm ist. Die nächste Malzeit war dann auch nicht besser. Wir bekamen ohne zu fragen zwar ein japanisches Frühstück vorgesetzt, dass aber absolut kein Vergleich - nicht einmal annähernd - zu dem in unserem Ryokan Tomiya war. Und da ich keinen Fisch esse, hab ich es nicht einmal ausgepackt und nur das Brötchen, den Croissant und den Kuchen gegessen. Das Handtieren mit dem Besteck war ganz schön kompliziert, weil wir es einfach nicht mehr gewohnt waren.
Irgendwann mitten in der Nacht sind wir dann in Dubai gelandet. Ich kann echt nicht verstehen, wie einige dort ihren Urlaub verbringen können. Ich finde den Flughafen schon absolut abstoßend und die sich dort tümmelnden Menschen erst recht. Und dann das Arabisch... Die Sprache ist einfach schrecklich. *schüttel* Wir haben uns dann nur ganz schnell etwas zu trinken besorgt und sind dann gleich weiter zum Gate. Dort haben wir in Erinnnerungen geschwelgt und uns unsere Zeitschriften angesehen. Wenigstens etwas Vertrautes, wenn man schon nicht mehr ständig asiatische Gesichter, japanische Schnuckel und eine angenehm klingende Sprache um sich herum hat.
Wir sind dann auch so bald wie möglich ins Flugzeug gestiegen, dass auch wieder richtig voll war. Dieses Mal hatten wir keinen Platz am Notausgang, was ich aber nicht als so schlimm empfand. Die anderen Fluggäste waren es hingegen um so mehr. Ich mag Franzosen, Engländer und jetzt auch Spanier noch weit weniger als vor dieser Reise. Diese Leute kennen einfach keine Rücksicht und das Benehmen lässt teilweise auch recht zu wünschen übrig. Naja, ich muss mich ja zum Glück nicht mehr als unbedingt nötig mit ihnen abgeben.
Den Start in Dubai hab ich dann verschlafen und mich nach dem Aufwachen gewundert, dass wir schon in der Luft und fast über dem Irak sind. Ich hatte fast eine Stunde tief und fest geschlafen. Das war aber auch der einzige Schlaf, den ich auf der gesamten Rückreise bekommen habe. Das Essen auf dem Teilstück war dann etwas annehmbarer, wirklich lecker war es allerdings auch nicht. Ich hätte es aber auch so gegessen, weil ich inzwischen richtig Hunger hatte.
Und dann stand auch schon unsere Landung in Frankfurt bevor. Pünktlich waren wir da und Deutschland hatte uns zurück, obwohl wir eigentlich gar nicht wollten. Sofort hat uns das Land dann auch wieder von seiner schönsten Seite begrüßt. Total gelangweilt und alles andere als höfliche Beamte, niemand der einem mit dem Gepäck hilft - in Osaka hatte jemand bei der Ankunft schon unsere Koffer vom Band genommen, weil die Einreiseformalitäten etwas lange gedauert haben - überteuerte Preise (2 x 500ml Coke Zero am Flughafen für stolze 4,70 Euro! In Japan hat die Flasche zwischen 120 und 160 Yen gekostet; egal wo!)
Als wir aus dem Flughafengebäude raus sind und zum Shuttlebus sind - wir mussten ja zum Terminal 1, weil dort der Fernbahnhof ist - haben wir uns zum ersten Mal wirklich gewundert, und das nicht, weil die Sonne geschienen hatte. An der Bushaltestelle gab es keine Anzeige, wo sich der Bus gerade befindet und auch in diesem gab es keinerlei Anzeigen oder Informationen und Werbung. Auch gab es kein Warnsignal und einen gesprochenen Hinweis, dass sich die Türen schließen und man vorsichtig sein soll. Auch wurde die Haltestelle nicht angesagt. Wir sind was das angeht, eben absolut verwöhnt.
Den nächsten Schock gabs dann am Bahnhof. Wir hatten zwar damit gerechnet, aber irgendwie doch gehofft, dass die DB etwas mehr Service bringt. Wir wollten uns noch Plätze für den Zug, der erst in einer halben Stunde fuhr, reservieren. Aber dies war absolut nicht möglich. Generell kann man am Reisetag nur noch stark begrenzt Plätze reservieren. Hallo? Wo ist das Problem? In Japan geht das bis kurz vor Abfahrt und man weiß dann auch ganz genau, wo der reservierte Platz ist.
Weiter mit den unangenehmen Überraschungen gings dann am Gleis selbst. Das war ungewohnt leer. Nicht nur, weil wenig Menschen dort waren, sondern weil es nicht an jeder Ecke irgendwelche Automaten, Verkaufsstände, geschlossene Warteräume etc. gab. Es gab auch keine Absperrung zum Gleis, keine Anzeigen, wo die einzelnen Wagons halten, keine Bahnangestellten, die man hätte fragen können... Zudem war es auch verdammt leise: Kein Gezwitscher wie in Kyoto, keine Dingdongs, keine ständig durchrasenden Züge.... Dafür waren die Durchsagen um einiges lauter und vor allem auch unfreundlich und total gelangweilt. Und natürlich wurden auch gleich die ersten Verspätungen angesagt, die man einfach hinnehmen musste und es nichtmal annähernd eine Entschuldigung dafür gab. Wir waren davon zum Glück nicht betroffen, aber davon, dass die Reihung der Wagons unseres Zuges mal wieder geändert wurde. Ist ja so schon nicht einfach, mit der Wagenstandsanzeige und den grob unterteilten Abschnitten seinen Platz im Zug zu finden und man kann glücklich sein, wenn dieser überhaupt so hält, dass die Angaben halbwegs stimmen. So war es dann das absolute Chaos und sicher durften einige mit Platzreservierungen suchen, bis sie ihren Sitzplatz gefunden hatten.
Wir haben uns dann ins Bordrestaurant verkrümelt, weil wir dort unser Gepäck unterstellen konnten, was im normalen Wagonbereich nur schwer möglich war, und mit den schweren Koffern wollten wir nicht durch den Zug, um die raren Gepäckabstellmöglichkeiten zu suchen. Tja, DB, es gibt auch Leute, die mit großen Koffern reisen und dafür die Gänge einfach viel zu schmal sind. Zudem muss man das schwere Gepäck erstmal ein paar Stufen in den Zug hochhieven. Nix mehr mit ebenerdigen Einstiegen und nur minimalem Abstand zwischen Zug und Bahnsteig.
Und dann das Bordrestaurant.... Schmutziger Boden, nach der Sauberkeit in Japan richtig ekeleregend und absolut unfreundliches Personal, bei dem man das Bedürfnis hatte, sich entschuldigen zu müssen, weil man etwas bestellen wollte. Zudem fehlte das gewohnte Glas Eiswasser, dass in Japan auf dem Tisch stand, kaum dass man Platz genommen hatte. Und Schnelligkeit war auch nicht gerade geboten. Naja, so ist es hier halt...
Die Zugfahrt selbst war recht langweilig. Der ICE sollte ja eigentlich unser Shinkansen sein, ist aber gerade mal mit den Limited Express Zügen in Japan vergleichbar was Geschwindigkeit und Komfort angeht. Da hat die DB noch einiges zu lernen. Es sind eben einfach zwei absolut verschiedene Welten. Die Durchsagen waren dann auch wie erwartet, alles andere als freundlich, und wir haben es sogar geschafft, auf dem letzten Stück zwischen Gotha und Erfurt eine Verpätung von 2 Minuten einzufahren. O.O Das muss man erstmal hinbekommen... In Japan ist dies ein Grund für eine gehörige Entschuldigung bei den Reisegästen und eine schriftliche Erklärung, wie es dazu kommen konnte. Aber wie heißt es bei der DB so schön? "Die voraussichtliche Ankunftszeit ist..."
Und dann waren wir endlich in Erfurt - die Reise war ja auch mehr als lang genug - und das erste erfreuliche ist passiert. Alca wurde von ihren Eltern abgeholt und ich von meiner Mutter. Das Widersehen war richtig schön. Auf der Fahrt vom Bahnhof nach Hause hab ich ihr dann ein paar Sachen noch erzählt, Zu Hause wurden dann gleich die Katzen begrüßt und es gab was zu Essen. War zwar nicht selbst gekocht, aber immerhin genießbarer als das Essen im Flugzeug. Aus lauter Gewohnheit hab ich mit Stäbchen gegessen.
Anschließend hab ich ausgepackt und als mein Vater von der Sauna heimkam, auch ihn noch schnell begrüßt und bin dann ins Bett. Dort kamen vorm Einschlafen wieder ein paar Tränen, weil ich mich so nach Japan zurück sehne.
Die Nacht war dann auch alles andere als erholsam und ich war ständig wach. Und jetzt nach dem Aufstehen und wo ich diesen Eintrag, der nicht der letzte sein wird - es gibt noch viel zu berichten und zu zeigen - wirkt die ganze Reise schon nur noch wie ein wunderschöner Traum...

Mittwoch, 21. April 2010

Unser letzter Tag...

Vor nicht ganz einer Woche hatte ich an dieser Stelle noch geschrieben, dass ich nur ungern von Kyoto weg wollte, weil ich doch etwas Angst vor Tokyo hatte und mir die alte Kaiserstadt so unheimlich gut gefallen hatte. Nun sieht es etwas anders aus. Inzwischen eingewöhnt und mit vielem vertraut, wirkt Tokyo nicht mehr so erschreckend und abseits der Hauptstraßen und Hauptvergnügungsviertel Shinjuku, Shibuya, Ikebukuro und Harajuku wirkt die Stadt in vielen Nebenstraßen fast wie ein Dorf: Kleine verwinklelte Gassen, in denen kaum jemand unterwegs ist. Tja, und jetzt, wo wir uns hier auskennen und das Prinzip Megacity verstanden haben, müssen wir wieder weg. So wirklich will ich gar nicht nach Hause, auch wenn ich mich doch ziemlich auf die Heimat freue. Aber Japan, Tokyo, Kyoto und Miyajima haben etwas ganz Besonderes, dass man einfach lieben muss. Zumindest geht es mir so und ich kann jetzt an dieser Stelle behaupten, dass ich diese Orte auf jeden Fall wieder besuchen werde!

Heute Morgen haben wir etwas länger geschlafen und sind erst gegen neun aufgestanden, haben uns in Ruhe fertig gemacht und sind dann gemütlich frühstücken gegangen. Da das Wetter auf unserer Seite war und nicht nur die Sonne geschienen hatte, sondern es auch frühlingshaft warm war, sind wir zur Tokyo Station gefahren, um dort unsere Sitzplätze für die Fahrt nach Kyoto zu reservieren. Dann sind wir zum Kaiserpalast und Östlichen Kaiserlichen Palastgarten gegangen, um auf ersteren einen Blick zu werfen und zweiteren zu besichtigen. Leider war dieser geschlossen und wir konnten nur den riesigen Vorplatz, den nicht weniger gigantischen Graben und die Mauern ansehen. 
Anschließend gings dann weiter nach Harajuku. Musste dort ja etwas abholen. Und es war tatsächlich fertig! Juchhu! Ich werd die Jacke auch morgen auf dem Flug anziehen. Ich liebe sie jetzt schon, genauso wie das andere Oberteil. Als kleines I-Tüpfelchen hab ich mir dann noch eine Hello Kitty Sweatjacke gegönnt. Die andere ist mir zu Schade, um sie alle Tage zu tragen. 
Nachdem wir dann noch einen Kaffee, genauer gesagt einen Caramel au lait getrunken haben, sind wir ins Hotel zurückgefahren, um zu packen. Wirklich lange haben wir nicht gebraucht. Schließlich haben wir nach Kyoto hier nicht wirklich ausgepackt, weil wir keinen Platz dazu hatten. Wenn die Hotelwaage stimmt, sind wir auch beide wieder innerhalb der Freigepäckgrenze von 30 kg und sollten somit keine Probleme bekommen. Wir werden aber beim Auschecken die Koffer zur Sicherheit noch einmal wiegen, wenn wir wirklich sicher sind, dass alles drin ist, was reingehört. 
Danach fertig waren auch wir fertig und mussten uns erst einmal abduschen. Packen kann ganz schön anstrengend sein und wir wollten am Abend ja noch einmal nach Shinjuku Kabukicho. Zuvor gings aber erst noch in Ikebukuro zum Purikura machen. Jetzt kann ich auch wirklich behaupten, dass ich die Automaten verstehe, auch wenn ich das wenigste auf den Displays lesen kann, weil alles Japanisch ist. Das Fotografieren ist schon richtig lustig, aber das Nachbearbeiten und Verzieren macht noch mehr Spaß. Vor allem hat man eine riesige Auswahl an Elementen, die man dem Bild hinzufügen kann und einige Automaten können sogar Glitzer drucken *.* Schade, dass die Dinger in Deutschland nicht an jeder Ecke rumstehen. Nach zwei Runden gings dann weiter zum Essen. Zum Abschied waren wir wieder bei Ootoya. Eine richtig tolle Restaurantkette, die ruhig auch ein paar Filialen in Deutschland eröffnen darf.
Gut gesättigt und ein bisschen traurig, dass heute unsere süße kleine chinesische Kellnerin nicht da war, sind wir dann nach Shinjuku gefahren und hatten sogar soviel Platz im Zug, dass wir sitzen konnten. Und dieses Mal war nicht wieder Gackt allseits präsent, so wie bei zwei anderen Fahrten mit der Yamanote am heutigen Tag. Das änderte sich aber nach dem Aussteigen in Shinjuku. Als wir zum Ausgang Richtung Kabukicho gegangen sind, mussten wir unweigerlich an Wonda Kaffeewerbung vorbei; natürlich mit Gackt. Alca hats gefreut, ich war weniger begeistert. Beim Purikuramachen hatte Alca sogar einen Getränkeautomaten mit Wonda Produkten entdeckt und sich gleich den Wonda Premium Kaffee besorgt. Das ist der, für den Gackt Werbung macht. Das werd ich in Deutschland auf keinen Fall vermissen. Endlich wieder Bahn, Bus what ever fahren, ohne Angst zu haben, dass man in einen Zug mit Werbung mit Gackt steigt.
Tja, und dann waren wir in Kabukicho. Auf dem ersten Blick ist das ein typisches Vergnügungviertel. Schrill und bunt, aber anders als erwartet nicht wirklich laut, sondern sehr ruhig. Und und dann steht alle paar Meter ein Host herum, den man sich zur Unterhaltung mieten kann. Die sind zwar teilweise echt schnuckelig, aber irgendwie... Nee, das muss beim besten Willen nicht sein. Host Clubs mit großen Schautafeln der dort arbeitenden Jungs gibts auch an jeder Ecke und dann auch noch riesige dazugehörige Werbetafeln.... Vollkommene Reizüberflutung. Beim Durchschlendern, bei dem wir auch irgendwie immer schneller wurden, sind wir dann auch noch zum Love Hotel Hill gelangt. Dort steht wirklich Love Hotel an Love Hotel und die dazu passenden Hosts rennen dort auch überall rum. Zum Glück sind diese nicht so aufdringlich. Wir wurden nur einmal angesprochen und DVDs hat uns auch keiner in die Hand gedrückt.
Auf der Suche nach einer netten Bar sind wir dann wieder auf die andere Seite der Shinjuku Station gegangen, haben aber nicht wirklich etwas gefunden und so sind wir in eine uns bekannte Richtung gegangen; in die von Closet Child und Like an Edison. Wir sind aber weiter gegangen und haben keinen weiteren Shoppingabstecher gemacht. War aber auch schon kurz nach neun. Noch immer erfolglos sind wir der Hauptstraße gefolgt, aber so wirklich vielversprechend sah es dort auch nicht aus. Durch Zufall haben wir einen Stadtplan gefunden und festgestellt, dass wir näher an der Station Shin-Ootsuro als an Shinjuku waren. Nach kurzer Diskussion im Regen - ja, hier hat der Wetterbericht ziemlich oft recht und der für den Abend angekündigte Regen kam wirklich - haben wir uns entschlossen, zu der JR-Station zu gehen, nach Ikebukuro zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Und wie es der Zufall so will, haben wir genau da auf dem Weg eine recht nette Bar gefunden. Neben vier Japanern waren wir lange Zeit die einzigen Gäste. Die beiden fast noch minderjährigen kleinen Jungs, von denen zumindest einer richtig zum Knuddeln war, lassen wir mal außen vor. Die Getränke dort waren echt lecker und da alle bis auf uns Dart gespielt haben, haben wir auch was zum Sehen gehabt. Zudem lief gute Musik. 
Kurz nach elf haben wir uns dann aber doch zum Gehen entschlossen, da wir nicht wussten, wann der letzte Zug fährt und wir ja noch die Bahnstation finden mussten. Hat auch recht gut geklappt und dabei sind wir eben durch recht interessante Nebenstraßen gekommen, in die sich mit Sicherheit nur selten ein Gaijin bzw. Tourist verirrt. Es war dort richtig ruhig und wirkte bis auf die vielen Restaurants recht ländlich und verschlafen. Das hat sich allerdings ganz schnell geändert als wir die Hauptstraße erreichten. Dort war es zwar nicht so extrem wie in den übervölkerten Stadtvierteln, aber man hat schon deutlich mitbekommen, dass man in einer japanischen Großstadt ist.
Gegen halb zwölf haben wir dann den von Nachtschwärmern (tja, gegen Mitternacht ist in Japan schon richtig spät, weil dann keine Züge mehr fahren) überfüllten Zug nach Hause gefahren. Kurz nach dem Aussteigen haben wir dann einstimmig festgestellt, dass die Schnuckeldichte in Ikebukuro bis jetzt immer am höchsten war. Echt lohnenswert!
Nach dem obligatorischen Abstecher zum 7 Eleven, um was zu trinken zu holen und uns zu verabschieden, haben wir davor auf der Bank noch eine geraucht bzw. ich hab geraucht und Alca hat mir Gesellschaft geleistet. Kurz darauf kam ein süßer kleiner Japaner mit Hut zu uns, um sein Englisch zu testen. Das war sogar recht gut und vor allem sehr gut zu verstehen. Als wir erwähnten, dass wir aus Deutschland sind und morgen heimfliegen, kam dann auch gleich die Frage, ob das wirklich geht, weil doch... Ja, dieser blöde isländische Vulkan. Da hat man mal so ein tolles Argument, um den Urlaub zu verlängern, und dann versagt es einen Tag vor der Heimreise. Der hätte ruhig noch etwas länger Chaos in die europäische Luftfahrt bringen können. Auf Kosten von Emirates oder sonstwen wär ich gern noch etwas länger in Japan geblieben, aber seit heute ist ja der deutsche Luftraum wieder geöffnet. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn wir doch noch zum Despa-Konzert hätten gehen können.... Aber auch hier hat sich in den letzten Tagen der Vulkanausbruch zum Running Gag entwickelt und der Kleine von der Parkbank war nicht der erste, der uns darauf angesprochen hatte. Die Verkäuferin bei Richards (im Originalschriftzug wirds Richärds geschrieben), der Takuya die Situation am Samstag geschildert hat, hat sich heute gleich danach erkundigt....
Nach kurzem Small Talk hat sich das Jüngelchen dann von uns verabschiedet, weil seine Freunde wartend und nicht wirklich verstehend daneben standen und wir sind zurück zum Hotel, zu unserer letzten Nacht in Japan...

Das war also unser letzter Tag in Tokyo, in Japan. Ich werde hier einiges vermissen: 24-h-Supermärkte, sehr leckeres Essen, ein super funktionierendes Bahnnetz, nette Verkäufer, tolle Geschäfte, atemberaubende Sehenswürdigkeite, nette Menschen, Schnuckelgucken, eine Großstadt, die trotz der vielen Menschen und dem damit einhergehenden Chaos irgendwie ruhig und geordnet wirkt... Wirklich genau erfassen werde ich das wohl alles erst können, wenn ich wieder zu Hause in Deutschland bin und sich die ganzen Eindrücke etwas gesetzt haben. Eines ist allerdings gewiss: Wie am Anfang geschrieben wird das wird nicht mein letzter Besuch in Japan gewesen sein und ich werde nach Kyoto, Tokyo (auch wenns verdammt teuer ist, aber nicht wegen der Lebenskosten, sondern den tollen Gechäften) und Miyajima zurückkehren. Alle drei Orte haben ihren besonderen Charm und sind ein Stück dieses Landes.

Wer sich gewundert hat, dass dieser Post bildlos ist ... Wir haben heute nicht wirklich viel fotografiert und die entstandenden Bilder haben eher einen Erinnerungswert für uns, als dass sie irgendetwas wirklich Sehenswertes zeigen, so dass ich sie auch nicht online stellen werde. 
Ich hoffe, auf dieser Reise sind genug Bilder entstanden, die euch einen Eindruck von unseren Erlebnissen und vor allem von diesem Land vermitteln konnten, und ihr an unserem Abenteuer teilhaben konntet.

Auch wenn das jetzt vielleicht wie der letzte Post in diesem Blog von mir klingt, wird er das definitiv nicht sein. Es gibt noch viel zu berichten und noch mehr zu verarbeiten, so dass ich sicher noch einige Zeit etwas zu Schreiben haben werde. Und dann steht ja auch die nächste Reise an; geplant für Herbst 2011...
Elisabeth aka Mari

Dienstag, 20. April 2010

Was macht man bei Regen in Tokyo?

Tja, was macht man bei Mistwetter in dieser Megastadt? Eigentlich eine ganz einfache Antwort: Shoppen. Leider und da es hier viel zu viele tolle Sachen in ganz vielen noch tolleren Shops gibt, wird das leider auch ein sehr teueres Unterfangen; auch wenn die Preise im Gegensatz zu Deutschland sehr human sind. Mehr dazu später. Immerhin hat der Tag mit noch gerade so annehmbarem Wetter angefangen.

Nachdem wir in einem netten Café im Bahnhof von Ikebukuro lecker gefrühstückt haben - werden wir morgen sicher wieder so machen - haben wir uns in die recht leere Yamanote gesetzt und sind wieder nach Hamamatsu-cho gefahren, um von dort zum Zojo-ji zu laufen, der am Fuße des Tokyo Tower steht. Der Kontrast zwischen alt und neu ist an dieser Stelle noch einiges größer als in den meisten anderen Teilen der Stadt. Zum Einem die moderne Stahlkonstruktion in Rot und Weiß des Sendeturms und zum Anderem die Holzgebäude und der Friedhof des Tempels.



Anschließend sind wir dann wieder zum Bahnhof zurückgelaufen und nach Akihabara zu fahren, aber nicht, um uns dort in das nächstbeste Elektronikkaufhaus oder gar Maid Café zu stürzen, sondern nur, um dort in die Sobu-Linie umzusteigen, um nach Yoyogi zu fahren. Wie Alca ja schon in ihrem Eintrag erwähnt hatte, war der ganze Zug voll mit Kaffeewerbung, bei der Gackt eine sehr große Rolle gespielt hat. Ich hör zwar ab und an seine Musik, aber mit dem Typ kann ich nicht wirklich was anfangen. Viel zu sehr Kunstfigur... Ich wusste also gar nicht, wo ich hinsehen sollte, um ihm zu entgehen. *schüttel* Zum Glück war die Fahrt nicht sehr lang und im Zug der Sobu-Linie wurde ich von derartiger Werbung verschont.
Ehe wir in Yoyogi ankamen, haben wir noch einen Zwischenstopp eingelegt, um wenigstens mal einen Blick auf die Stätte, an der X Japan schon so oft gespielt hat, zu werfen: Dem Tokyo Dome. Ziemlich mächtiges Baseballstadion und die Kuppel erst... Aber ist ja auch kein Wunder, immerhin hat das Spielfeld eine Diagonale von 122 m! 
Nachdem wir dann den Tokyo Dome einmal umrundet und dabeifestgestellt haben, wie vorzeitig Anstehen auf gesittet japanische Art geht - da stehen keine ewiglangen Schlangen von irgendwelchen Kreischies schon tagelang vor einem Konzert what ever und zicken rum, sondern es werden fein säuberlich irgendwelche Decken, Zeitungen oder sonstige Dinge mit Klebestreifen als Platzhalter angebracht, mit dem Datum der Veranstaltung beschriftet und dann wieder nach Hause gegangen und das alles unter Kontrolle und Zuweisung der Ordnungskräft. Aber wir haben in Osaka vor der Osaka-jo Hall lange Warteschlangen von Teenagern gesehen, die sich schon recht früh am Tag ihre Plätze für das Konzert, das dort am Abend stattfinden sollte, gesichert haben. Dennoch war das absolut kein Vergleich zu Deutschland, denn es ging auch dort absolut gesittet und ohne Zoff zu. Daran können sich in Deutschland sehr viele mal ein Beispiel nehmen.
Bevor wir wieder in die Sobu-Linie gestiegen und nach Yoyogi weiter gefahren sind, um von dort weiter nach Harajuku zu fahren, haben wir schnell noch eine Kleinigkeit gegessen - alles andere als japanisch, denn es gab Crepes und Hotdog - und etwas ganz lustiges ausprobiert: Purikura! Das macht richtig Spaß und es kommen total lustige Bildchen raus. Nach dem dritten Versuch haben wir dann auch wirklich herausgefunden, wie die Automaten funktionieren und man vor dem Ausdrucken die Bildchen noch verschönern kann. Morgen machen wir sicher nochmal welche und wir werden sie dann alle in Deutschland einscannen, damit ihr sie euch auch mal ansehen könnt.
Leider hatte es in der Zwischenzeit zu nieseln angefangen, so dass unser Shoppingausflug in Harajuku buchstäblich ins Wasser gefallen, aber nicht ausgefallen ist. Eigentlich hatte ich mir dort in der Takeshita-dori nur noch eine Sweatjacke bei Richards kaufen wollen, weil ich mich bei unserem ersten Besuch nicht wirklich dazu hatte durchringen können, am Ende war es dann die Jacke, die die Nacht extra für mich angefertigt wird, so dass ich sie morgen abholen kann, weil ich sie unbedingt mit pinkem Print haben wollte und sie nur in Violett da war *.* (das müsste mal in Deutschland passieren) und ein ganz schickes Oberteil mit rotem Print. In anderen Shops gabs dann ein Hide-X Japan-Shirt, Buttons, Handyanhänger... Lauter tolle Sachen, ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen und bei Richards bei der ganzen Kollektion zugeschlagen. Leider nur etwas sehr teuer, wobei das auch eigentlich nicht so ganz stimmt, wenn man bedenkt, dass das alles Handarbeit ist.
Schwer bepackt, dafür aber mit einem deutlich erleichtertem Geldbeutel gings dann zurück ins Hotel. Dort haben wir und schnell etwas frisch gemacht und ich gleich mein neues Oberteil angezogen, ehe wir zum Essen gegangen sind. Allerdings war das eher eine zweite Shoppingtour, aber bis auf das Paar Schuhe, dass sich Alca noch geleistet hat, sind wir standhaft geblieben, obwohl wir ein ganz tolles Geschäft in Ikebukuro entdeckt haben. 
Zum Essen gings dann wieder in eine Izakaya, in der dieses Mal absolut keiner Englisch gesprochen hat. Auf mein "No fish" hab ich nur einen verständnislosen Blick und ein entschuldigendes Kopfschütteln erhalten. Dennoch mussten wir nicht hungern, da die Speisekarte reich bebildert war. Das Essen war zudem auch wieder sehr, sehr lecker, vor allem die Gyoza. Yummie...

Das war also unser heutiger Tag. Leider gibt es so gut wie keine Bilder davon und wenn morgen das Wetter nicht besser wird, wird das wohl auch so weiter gehen. Wir wollten uns zwar noch den Östlichen Kaiserlichen Garten ansehen, aber bei Regen macht das nicht wirklich Spaß. Vielleicht schaffen wir es am Abend nach dem Kofferpacken noch nach Shinjuku auf das Tocho und nach Kabukicho. Immerhin ist das dann unser letzter offizieller Abend in Japan. Auf jeden Fall unser vorerst letzter Abend Tokyo.
 Elisabeth aka Mari

PS: Während ich den Eintrag gerade schreibe, gucken wir uns gerade im Fernsehen nebenbei ein Deutschlektion an, in der es um "Wohnungssuche in Berlin" geht. Sehr lustig.
PPS: Alca geht Karyu nicht mehr aus dem Kopf und bei mir ist es dat knuffige Hizumi mit Hut und Brille. Einfach sooooooooo niedlich!!!

die Erkenntnisse des Tages

1. Tokyo ist ok, wenn man sich daran gewöhnt hat und gar nicht mehr so furchtenflößend

2. Tokyo ist teuer. Nicht wegen des normalen Lebensunterhaltes ür Essen und Getränke. Es ist teuer wegen der vielen stylischen Sachen, die frau hier kaufen kann *seufz*

3. Meine Schuhgröße gibts in Japan nicht und hier habe ich Riesenfüße: Größe XL!!! ... ja, ich hab mir vorhin noch Schuhe gekauft. Sehr sehr schicke, mit nem kleinen Absatz und ... hach, die sind schick.

4. Mir macht Zugfahren, selbst, wenn ich stehen muss, nichts aus, wenn der ganze Wagon mit Werbung für "Wanda" Kaffee gepflastert ist und Werbung dafür in Dauerschleife im kleinen Zugfernseher läuft, weil da Gackt mitspielt ... ja, ich hab verzückt auf den Flimmerkasten gestarrt und mich gefreut, wann immer Gackt auftauchte (witzige Werbung - wirklich!)

5. Selbst Rushhour in der Yamanote kann man überleben. Ich habs heute erlebt und habe keine blauen Flecken, Prellungen oder Kratzer davon getragen ;)

6. Männer in Anzügen sind schnuckelig, besonders, wenn es Japaner sind, die unser Alter haben (oder jünger ... oder zumindest jünger aussehen, was die meisten tun *grml*)

7. Meine Schwärmerei für Karyu hat in den letzten Stunden nicht nachgelassen - *haben will* ;D

Bis bald

Alca

Montag, 19. April 2010

.... ahhh ja, so also ....

Seltsame Dinge können einem hier passieren. Da geht man arglos über die Straße, ärgert sich ein wenig, dass einem die wirklich schicken Schuhe in der L zu klein waren und es diese nicht größer gab, freut sich auf der anderen Seite, über stylische Schlappen - für keine acht EURO - und die, wie Mari schon schrieb per EMS schon aufdem Weg nach Deutschland sind, da wird FRAU beim Überqueren der Straße ein dickes kleines Heft in die Hand gedrückt. Der Typ sah normal aus, ich werf einen Blick auf das Heft und denke: ahhh der kostenose Manga, den Mari vorhin nicht genommen hat. Sehr nett, vielleicht kann ich ja japanisch damit lernen...
Auf der anderen Straßenseite gabs eine kleine Pause für uns im Schatten und Takuya sieht das Heft in meiner Hand. Seine Augen wurden gaaaaaanz groß und er fragte ein bischen aufgeregt: "Wo hast du das her?"
Ich: "Hat mir der Typ da drüben eben in die Hand gedrückt."
Takuya: "Eh?"
Ich: "Na eben beim Rübergehen, hat er mir das in die Hand gedrückt. ... Ist das schlimm? Dachte es ist ein Manga."
Takuya: "Nein, nicht schlimm....", und duckst etwas rum, während ich anfange zu blättern, "... kein Manga. Ist eigentlich für Männer.."
Ich: "Hä? Was soll ich denn damit?", und drück ihm das Heft ihn die Hand, weil ich mittlerweile die Anzeigen in dem Heft gesehen habe. Sieht nach Hostessen aus ... OK.
Takuya: "Oh... ist doch nicht für Männer. Du kannstda anfangen zu arbeiten..."
Ich: "O_O ... *kicher* Zeig mal. Als was denn?"
Takuya: "Ist aber nur nachts arbeiten... ach hier ist auchvon 10 Uhr bis 23 Uhr. Guter Verdienst."

Dann haben wir uns lachend zu dritt die Anzeigen angesehen. Absolut putzig. Ist fast wie ein Manga, nur witziger.

Also, wenn ihr mal in Tokyo seit und etwas in die Hand gedrückt bekommt, was aussieht wie ein Manga... Vorsicht. Ein Gutes hat es, wenn wir wirklich hier stranden, kann ich da illegal anfangen und bekomme als Prämie auch gleich eine "schicke" Gucci Tasche oder einen Prada Schlüsselnhänger ;)

Bis bald

Alca

Parks vs. Skyscraper

So langsam rückt unsere Heimreise näher; sofern wir am Donnerstag auch wirklich nach Hause fliegen können, was wir doch ganz schwer hoffen. So oder so bleiben uns nur noch zwei Tage in Tokyo bzw. in Japan allgemein. Irgendwie ist die Zeit viel zu schnell rumgegangen.
Heute war unser letzter Tag zusammen mit Takuya. Ich werd den kleinen Springinsfeld ziemlich vermissen, aber wenn es klappt, kommt er im Sommer nach Deutschland.

Nachdem wir uns heute Morgen wieder im Zug getroffen haben, sind wir mit der Yamanote bis Uno gefahren, weil Takuya dort einkaufen wollte. Aber irgendwie kam es ganz anders als geplant und Alca und ich haben ordentlich zugeschlagen: Sonnenbrillen, Haarreifen, Schuhe... *hust* Das Paket mit den Schuhen ist schon nach Deutschland unterwegs, auch wenn uns auf der Post gesagt wurde, das wegen so nem komischen Vulkan auf Island EMS etwas länger als gewöhnlich dauern könnte.
Nachdem wir also unser Portemonnaie um einiges erleichtert haben, haben wir uns den Ueno-Park angesehenen - wieder eine Ruheoase mitten in der Großstadt.



Anschließend ging danach Asakusa, um uns dort den berühmten Senso-ji anzusehen. Um dort hinzugezogen, mussten wir dann aber erst durch die Nakamise-dori, die mächtig überfüllt war. Wir haben es aber überlebt und es sogar geschafft, nicht noch mehr Geld auszugeben. Während sich Alca und Takuya etwas auf dem Tempelgelände umgesehen haben, habe ich eine kleine Pause eingelegt und mir das Treiben von einer Bank aus angesehen.




Danach gings dann weiter zum Sumida River. Eigentlich wollten wir gleich zum Hama Rikyu Onsihi-teien, aber da es etwas weit zu laufen war, haben wir uns etwas gegönnt und sind mit dem Wassertaxi hingefahren. Das hatten Alca und ich ohnehin vorgehabt und die knapp 1.000 Yen inklusiv Eintritt für den Park haben sich wirklich gelohnt. Vielleicht machen wir die Bootsfahrt noch einmal, wenns dunkel ist, um das Lichtermeer vom Fluss aus anzusehen.



Nach der knapp 35minütigen Bootsfahrt haben wir uns dann den Hama Rikyu Park angesehen. Das ist ein wunderschöner japanischer Garten, der inmitten des Wolkenkratzerdschungels von Shinbashi liegt.



Anschließend haben wir dann Takuya zur Monorail gebracht, da er zum Haneda Airport musste, um heimzufliegen. Leider. Ich hätte ich gern noch die beiden letzten Tage um mich gehabt. Wir Zurückgebliebenen sind dann mit der Yamanote Richtung Ikebukuro gefahren, haben aber zuvor noch etwas Train Hopping betrieben. Weil uns der erste Zug zu voll war, sind wir an der nächsten Station wieder ausgestiegen und in die Gegenrichtung gefahren. Da Hamamatsu-cho sowohl in die eine als auch in die andere Richtung genau 30 Minuten von Ikebukuro entfernt ist, war das zeittechnisch auch absolut kein Problem.
In Ikebukuro haben wir uns dann erstmal wieder etwas im Bahnhof verirrt. Ist aber auch wirklich ziemlich schwer, dort wieder rauszufinden, zumal die Schilder etwas verwirrend sind. Letztendlich haben wir es dann doch geschafft und sind wieder in das Restaurant von gestern Abend Essen gegangen. Die Kellnerin hat sich auch gleich an uns erinnert. Wir werden sicher noch einmal reinschauen. Bevor wir dann zum Hotel zurück sind, um uns HEY!HEY!HEY! anzusehen, haben wir uns beide noch ein optisches Dessert gegönnt. Abends gibt es wirklich sehr viel schnuckeliges zu sehen....

Das war also im Groben und Ganzen der heutige Tag, der sich wettertechnisch noch einmal von seiner besten Seite gezeigt hat. Gegen Abend zogen dann aber Wolken auf, so dass morgen nicht mit strahlendem Sonnenschein zu rechnen ist. Mal sehen, wie es sich entwickelt und was wir morgen noch so alles ansehen werden. Auf dem Programm stehen noch der Kaiserliche Park, der Tokyo Tower, ein Blick auf Nippon Budokan und den Tokyo Dome und wir wollen auch noch einmal nach Harajuku, zum Shoppen. Ach ja, auf das Tokyo Metropolitan Government Building kurz Tocho müssen wir auch noch.
Elisabeth aka Mari

Sonntag, 18. April 2010

Der Herr der Sonne

Vielleicht sollten wir Takuya ab heute so nennen. Es kann ja schließlich kein Zufall sein, dass immer die Sonne scheint, wenn er bei uns ist. Erst hatten wir auf Miyajima herrlichstes Wetter, obwohl es auf der Fahrt nach Hiroshima teilweise sehr düster und nach Regen aussah. Gestern klarte es in Tokyo mit seiner Ankunft auch auf und es wurde noch richtig schön. Heute hatten wir in Nikko dann das schönste Frühlingswetter mit strahlend blauem Himmel, wenn auch teilweise recht frisch. Morgen soll es ebenfalls wieder schön werden. Aber ab Dienstag soll es laut Wetterbericht in der Yamanote wieder regnen. Nur komisch, dass Takuya morgen Abend wieder nach Hause fliegt... Das kann doch wirklich kein Zufall sein, oder?

Wie eben schon erwähnt, hatten wir heute wunderschönes Wetter. Genau passend für den geplanten Ausflug nach Nikko. Zur Abwechslung befindet sich diese Stadt nicht an der Küste, sondern mitten in den Bergen, auf denen noch einiges an Schnee lag. Auch in Nikko selbst war im Schatten noch recht viel von dem kalten Nass zu finden, das heute aber in der Sonne kräftig zusammen schrumpfte.
Nach kurzer, für mich nicht wirklich erholsamen Nacht - es war einfach viel zu warm im Hotelzimmer und man kann das Fenster nicht wirklich weit aufmachen - haben wir uns in Otsuka mit Takuya getroffen. Das ganze lief so ab: Tür der Yamanote auf, Takuya auf dem Bahnsteig entdeckt, Alca und ich laut nach ihm gerufen und schon war er bei uns im richtigen Wagon. War auch gut so. Wir hätten uns sonst vielleicht im Getümmel verloren und schließlich mussten wir in Ueno noch in Metro umsteigen und dann nach Asakusa fahren. 
Endlich dort angekommen, haben wir uns den Word Heritage Pass besorgt, der nicht nur die Fahrt mit der Tobu nach Nikko beinhaltet, sondern auch die örtlichen Busse und die Eintritte für die Welterbestätten.
Nach rund zwei Stunden Fahrt - Nikko ist immerhin gut 160 km von Tokyo entfernt, kamen wir kurz vor 12 Uhr in Nikko an und sind mit dem Bus zur Taiyuin-byo gefahren. 


Von dort erfolgte dann ein steiler, eigentlich nicht wirklich langer Aufstieg zum Rinno-ji. Für meinen Kreislauf war es aber anscheinend dennoch etwas viel nach der kurzen Nacht und mir war mal kurz schwindelig. Zu Glück hat sich das schnell wieder gegeben und wir konnten uns die drei großen Buddhastatuen und noch einige andere ansehen. Viel mehr zu bieten hatte der Tempel allerdings nicht und wir waren recht schnell mit der Besichtigung fertig, so dass wir zum nächsten Ziel gehen konnten: dem Tosho-gu.


Zur Fotogalerie des Rinno-ji.

Der war schon ein ganz anderes Kaliber und mit den reichverzierten Holzgebäuden eine echte Augenweide. Ich wusste gar nicht, welche Schnitzereien ich zuerst fotografieren sollte. Ganz wichtig war dabei allerdings die kleine, recht unscheinbare der drei berühmten Affen, die nichts böses hören, nichts böses sagen und nichts böses sehen. Wenn man nicht weiß, dass dieses Werk vorhanden ist, übersieht man es recht leicht.


Wir haben dann noch eine ganze Weile in diesem Schrein verbracht, ehe wir weiter zum Futarasan-jinja sind, der für mich genauso wie der Rinno-ji sehr unspektakulär war. Vielleicht sind wir da aber von Kyoto auch etwas sehr verwöhnt.



Nach erfolgreicher Futtersuche wollten wir dann als nächstes eigentlich zur Kaiserlichen Villa, die aber leider schon geschlossen hatte. So konnten wir nur von außen einen Blick drauf werfen und sind dann weiter zur Kanman-ga-fuchi. Das ist eine richtig schöne kleine Schlucht, deren Wanderweg mit vielen Steinfiguren verziert ist.



Nachdem wir diese dann abgeklappert haben, sind wir mit dem  Bus wieder zurück zum Bahnhof von Nikko und mussten uns entscheiden, ob wir nur ein paar Minuten warten und den Bummelzug nach Tokyo nehmen oder lieber 50 Minuten die Zeit in Nikko totschlagen und dann mit dem Rapid nach Hause fahren, dafür aber gleich nochmal 1000 Yen zahlen. Wir haben uns dann für die langsame Variante entschieden und somit auch knapp drei Stunden zurück gebraucht. So eine Zugfahrt kann ganz schön öde sein, vor allem mit Tobu. Absolut kein Vergleich zu JR.
Wieder zurück in Tokyo gings dann wieder mit der Metro nach Ueno und dann mit der Yamanote weiter nach Ikebukuro. Dort haben wir durch Zufall eine weitere Filiale der Restaurantkette gefunden, bei der wir gestern in Harajuku Mittag gegessen hatten, und haben dort natürlich gleich beim Abendessen zugeschlagen. Wieder äußerst lecker, viel Grünfutter und dazu auch richtig günstig. Wir werden sicher nochmal dort hin gehen. Danach hieß es dann von Takuya für heute Abschied nehmen, ehe wir zurück ins Hotel sind.

Mein Fazit zu Nikko: Nikko verspricht genauso wie Nara mehr als es dann letztendlich hält. Aber schon allein wegen des Tosho-gu ist es eine Reise wert. Und zum Glück war zumindest heute der Ort nicht so überlaufen wie Nara, als wir dort waren. Zudem wirkt dort alles etwas beschaulicher und nicht so auf Massenabfertigung getrimmt.

Das war also eine knappe Zusammenfassung unseres heutigen Tages. Morgen fahren wir nach Ueno und nach Asakusa.
Elisabeth aka Mari

Samstag, 17. April 2010

Lost in Tokyo, pöse pöse Geschäfte & you just made my day

Da gestern blogger.com oder wer auch immer meinen Post gefressen hatte, an dem ich über eine halbe Stunde saß, gibts nun zu gestern nur einenkurzen Abriss meiner gestrigen Eindrücke.
Tokyo ist voll, laut, bunt und so gar nicht meins. Einfach gar fürchterbar. An jeder Ecke, an jedem Geschäftseingang wird einem was entgegengebrüllt und hab ich schon erwähnt, es ist laut. Und wenn man Pech hat steht da ein Mädel vor dem Geschäft und preist, was auch immer, mit quietschestimmchen an - Kopfaua! Und es war gestern kalt. Nicht nur kalt, ar...kalt. Wir sind gestern Abend ja noch losgetrottet, bei regen und gefühlten Minusgraden. Ich hab mir vor lauter frieren noch Arm- und Beinstupen gekauft. Jawohl, so kalt war es. Undder nette Herr Wettermann hatte des nchtens MINUS 4 Grad prohezeiht und für heute dann höchstens 7. Nur gut, dass er sich für heute Nachmittag da zumindest geirrt hat... Aber gut, gestern haben wirja noch die CDs von D'espairs Ray erstanden unddazu Coupons fürs Signing, wie wir dachten. Um einiges glücklicher, aber immer noch Kyoto nachtrauernd, gings dann zurück ins Hotel. Tokyo hat uns gestern keinen wirklich schönen Empfang bereitet. Regen, kalt, grau. Hab ich schon erwähnt, wie kalt es war? Wirklich es war kalt. Bitterlich. Und dazu kam eben noch, dass wir Kyoto nachtrauern und uns die Menschenmassen hier gehörig Respekt einflößen. Geht in Erfurt auf den Weihnachtsmarkt, am besten mal an einem Wochenende und dann multipliziert die Massen, die sich da lang schieben mit 1000 und den Lärmpegel gleich mit.So jedenfalls mein Eindruck. Aber Mari und ich hatten noch Glück. Das Gedränge in der U-Bahn hielt sich in Grenzen und wir haben in Shinjuku auch gleich den richtigen Ausgang gefunden. Geht man auf einem falschen raus, kann es wohl bis zu einer Stunde dauern, bis man zu seinem richtigen Ausgang findet. Soll auch schon Fälle gegeben haben, wo sich Leute heillos in dem Chaos verlaufen haben unddortseit Jahren rum irren ;)
Als wir durchgefroren endlich wieder ins Hotel kamen, hab ich mir gleich eine heiße Dusche gegönnt. Wenigstens das ist in Tokyo ein Pluspunkt. Unser kleine aber sehr feines Zimmerchen. Das Bad ist genial und die Dusche erst! *begeistert bin* Und unsere Betten haben Kopfkissen. 2 Stück und sind richtig breit und bequem. Also meine Tataimatte aus Kyoto vermisse ich nun doch nicht mehr :D
Heute Morgen regnete es immer noch. Unsere Stimmung war etwas besser. Schließlich gabs heute gleich zwei Highlights. Takuya kam extra nach Tokyo und das vermeintliche Signing.
Wir haben uns also heute früh fertig gemacht und richtig dick angezogen, es war nämlich immer noch schweinekalt. Tatsächlich hab ich auch von den Arm- und Beinstulpen gebrauch gemacht und es keine Sekunde bereut. Als Takuya kam, hat er uns gesagt, dass es nicht mehr regnen würde und dasWetter wohl auch halten bzw. sich etwas bessern würde. Takuya sollte recht behalten. Der Gute hat heute mit uns einen echten Shoppingtag hingelegt und war ein braver Einkaufsbegleiter, bevorsin den Meji-Schrein ging. Dort haben wir ns das erste mal alle drei wiedr richtig wohl gefühlt, weil Takuya mit Menschenmassen auch nicht so kann. Die meiste Zeit über hat er schön unsere Hände gehalten und diese auch gleich gewärmt. Shopping waraber gemein. Jawohl. Hier gibt es viel zu viele tolle Sachen und viel zu wenig Geld in meinem Portemonnaie. Abr als Trost, dass ich einige Dinge in einem bestimmten Geschäft zurücklassen musste, gabs ja noch das "Signing". Nur gut, dass wir Takuya an unserer Seite hatten, der hat nämlich erst mal für uns in Erfahrung gebracht dass es kein Signing war, da waren die Coupons schon weg, sondern "nur" ein Meet & Greet. Nachdem Takuya uns sicher an der richtigen Stelle in der Schlange zum Signing wusste, ja, hier geht es der Reihe noch, schön geordnet und ohne drängeln, hat er sich in ein Café gesetzt und dort auf uns gewartet. Es war ja wieder kalt, weil Sonne vom Nachmittag weg. Mari war ganz aufgeregt und hat mich gebeten, als erstes von uns beiden zu gehen und Händchen zu schütteln. Ok, wenns denn sein muss. Ich also meinen Mut zusammen genommen, den Sprachchip auf engisch umgestellt und Zero, der als erstes am Tisch saß gleich ml mit Englisch überfallen. Nett der Mann, hat sich auch echt gefreut, als ich mich bei ihm für die Konzerte in Deutschland bedankt habe. Waren aber auch toll. Nur, dass er meineHand nicht loslassen wollte... die nette Dame von der Organisation stand aber ständig hinter einem und hat einen weitergedrängt, ich also einen Schritt weiter zu Karyus Platz. *seufz* Ja, Mari hats schon geschrieben *schwärm* und damit das klar ist *meins, meins, meins* ... *lach*. Karyu guckte erst etwas seltsam, Gesichtsausdruck normal, nahm meine Hand, schüttelte sie kurz. Als ich ihm gesagt habe, wir kommen aus Deutschland wurden seine Augen ganz groß und er fing sehr sehr breit an zu Grinsen: "Germany?" und packte meine Hand mit seiner anderen Hand auch noch. Ich mich schnell wür die genialen Konzerte bedankt und er freut sich weiter. Hach ja... *meins* Leider wurde ich dann schon zu Hizumi geschoben, dabei hätte Karyu gerne weiter meine Handhalten dürfen.
Das Hizumi niedlich ist, hat ja Mari schon geschrieben, ich kann ihr nur beipflichten und Tsukasa war auch echt knuffig. *Nochmal seufz*
Ab da sind Mari und ich nur noch geschwebt. Jetzt ist es gleich halb zwei undwir müssen früh raus.
Bis bald,
Alca
PS: wer auch immer Daumen gedrückt hat, fürs gut Ankommen in Tokyo - Danke! Hat super geklappt. Bitte weiter Daumen drücken, dass wir auch nach Hause kommen.

Zuckersüß.... Hach ja....

Heute ist der Titel mal etwas verwirrend. Zumindest am Anfang, aber gegen Ende sollte euch eigentlich klar sein, auf was sich dies bezieht. Aber immer schön der Reihe nach!

Heute ist ja Takuya zu uns nach Tokyo gekommen. Wir haben uns kurz nach halb 10 bei uns im Hotel mit ihm getroffen. Dann hat es noch ein paar Minuten gedauert bis wir soweit fertig waren und uns auf die Planung des heutigen Tages geeinigt haben. War auch gut so, weil es, als ich um neun unten war, geregnet hatte. In der Zwischenzeit hatte es zum Glück aufgehört gehabt und so konnten wir unsere Schirme im Hotel lassen. Dick anziehen mussten wir uns wegen den gefühlten Minusgraden allerdings trotzdem. Also mehrere Shirts an, dicke Jacke drüber und zu guter letzt unser Schal-Mützen-Hanschuh-Dingens. So war es dann schön kuschlig und wir konnten los nach Shibuya. 

 
Dort angekommen haben wir uns kurz die Hachiko-Statue und die weltberühmte Shibuya-Crossing angesehen. Dort war allerdings noch nicht so viel los, angeplärrt wurden wir allerdings trotzdem von allen Seiten. Vielleicht schaffen wir es ja mal, das Ganze abends anzusehen.



Von Shibuya aus ging es dann nach Harajuku in die Takeshita-dori. Eine ganz, ganz, ganz böse Straße; zumindest für unseren Geldbeutel. Aber bevor wir diesem an den Inhalt gegangen sind, waren wir erst einmal richtig lecker Essen. Als wir dann wieder aus dem Restaurant raus sind, kam auch langsam die Sonne raus und es wurde um einiges angenehmer. So konnten wir dann auch shoppen gehen und haben nun ein paar tolle Erungenschaften mehr.

 
Stolz sind wir dann zum Meji-jinja, der in einem schönen Waldstück abseits des Großstadtchaos liegt, und haben uns diesen angesehen. Da Wochenende war, fanden auch gleich mehrere japanische Hochzeiten auf dem Gelände statt und wir konnten ein paar wunderschöne Fotos schießen. Ist schon etwas Besonderes, ein japanisches Brautpaar in traditioneller Kleidung zu sehen.



Anschließend sind wir noch etwas durch Harajuku geschlendert, haben uns dann aber entschlossen, nach Shinjuku weiter zu fahren. Wir hatten ja für den Abend noch einen Termin. Während Takuya ins Hotel zum Einchecken fuhr, haben Alca und ich uns ein Cafe gesucht, und uns etwas unterhalten, frisch gemacht und Alca hat gleich ihre neue Errungenschaft angezogen. Danach sind wir wieder zurück zum Bahnhof und haben uns mit Takuya getroffen. Dann sind wir wieder zu Like an Edison - allerdings viel zu früh - und wir haben uns entschlossen noch etwas durch die Gegend zu laufen. 
Eigentlich wollten wir ja zum Tocho - dem Rathaus von Shinjuku und Sitz der Verwaltung von Tokyo - aber da mein Knie wieder etwas gesponnen hatte, sind wir wieder zurück und haben uns in einen kleinen Park gesetzt, um dort die restliche Zeit zu warten.
Halb acht war es dann endlich soweit und wir konnten zum Shake Hands mit D'espairsRay. Leider war es nur darauf beschränkt und es gab keine Autogramme. Im Nachhinein war das allerdings nicht mehr so wichtig. Im Geschäft von Like an Edison konnten wir uns etwas aufwärmen und dann gings los. Zuerst Zero, der unsere Hände gar nicht mehr loslassen wollten. Sowohl bei Alca als auch bei mir hat er unsere Hände wieder zu sich herangezogen, als wir sie zurückziehen wollte. Der nächste in der Reihe war Karyu. Dieses Lächeln.... Hach ja.... Mich hat er allerdings so komisch angesehen. Keine Ahnung warum. Und dann hat er sein Englisch rausgekramt und... Leider nicht wirklich unterhalten. Alca schwärmt aber dennoch schon den ganzen Abend von ihm. Und dann kam Hizumi. Mit Hut und Brille... Einfach nur zuckersüß und niedlich und knuffig und überhaupt. Das Lächeln... Hatte ich schon gesagt, das er einfach nur niedlich war? Und dann Tsukasa... Auch ein ganz lieber. Und sie hatten alle so schön warme Hände und haben sich so richtig gefreut, als wir ihnen gesagt haben, dass wir aus Deutschland sind und die Konzerte so toll fanden. Hätte ich schon erwähnt, dass Hizumi einfach nur niedlich ist? So wie Alca hin und weg von Karyu ist - der Mann ist schon echt toll - bin ich es von Hizumi. *haben will* Kann es sein, dass ich mich gerade als Fangirl oute? Egal. Sie sind einfach toll!!!
Noch total hin und weg und am Schwärmen sind wir dann in eine unheimlich tolle Izakaya - Tofuro - gegangen und haben dort richtig lecker Abendgegessen und geschwärmt. Da Alca ja Geburtstag hatte, hat sie uns eingeladen. Danke, danke, danke, danke, danke! Hab dich ganz doll lieb, Maus.
Müde - immerhin war es auch schon halb elf sind wir dann wieder zurück nach Ikebukuro gefahren, wo wir uns noch in der Bahn von Takuya verabschiedet haben. 

Das war also unser erster wirklicher Tag in Tokyo, und ich finde diese Stadt schon nicht mehr ganz so schlimm wie gestern. Allerdings ist sie immer noch laut, schrill, bunt und voll. Aber es gibt auch ruhige Orte, wo nicht ganz so großes Gedränge herrscht.
Morgen gehts dann nach Nikko. Mal sehen, ob uns das Wetter weiter hold ist.
Elisabeth aka Mari

PS: Hab ich schon erwähnt, dass Hizumi total niedlich und knuffig ist?